SIS und Unify Wie Atos von Übernahmen und Glücksgriffen profitiert

Seit der Übernahme der schwächelnden Siemens-Sparte SAS ist der Atos-Konzern auf Erfolgskurs. Jetzt wollen die Franzosen das Kunststück mit Unify, einer weiteren kriselnden Siemens-Sparte, wiederholen.
Der französische Konzern übernimmt erneut eine kriselnde Siemens-Sparte. Quelle: AFP
Atos-Supercomputer „Bull“

Der französische Konzern übernimmt erneut eine kriselnde Siemens-Sparte.

(Foto: AFP)

HannoverAls der französische Atos-Konzern vor fünf Jahren die Siemens-IT-Tochter SIS übernahm, waren viele skeptisch. Über lange Jahre hatte Siemens versucht, die schwächelnde Sparte auf Erfolgskurs zu bringen, vergeblich.

Die Integration bei Atos aber gelang vergleichsweise geräuschlos. Auch dank der Akquisition sei Atos heute „das am stärksten wachsende IT-Unternehmen in unserem Sektor“, sagte Atos-Deutschland-Chef Winfried Holz dem Handelsblatt auf der Hannover Messe. Bei der frisch erfolgten Übernahme von Unify, einer weiteren seit langem kriselnden Ex-Siemens-Sparte, will Atos nun das Kunststück wiederholen.

Der Kommunikationssoftware-Spezialist Unify, der Unternehmen zum Beispiel eine Art Skype für die sichere Kommunikation über das Internet anbietet, hatte nach mehreren Restrukturierungsrunden zuletzt noch 5.000 Mitarbeiter. Der Finanzinvestor Gores und Siemens verkauften das Unternehmen im vergangenen Herbst für 366 Millionen Euro plus Schulden an Atos.

Schon vorher habe man von der Beratung über die System-Integration bis zum Betrieb der Infrastruktur und dem Verkauf von Hardware fast die gesamte Wertschöpfungskette angeboten, sagt Holz. Nun komme noch Unify hinzu. Man habe - auch dank SIS - inzwischen viel Erfahrung mit der Integration von Übernahmen. Dabei zähle vor allem „Tempo, Tempo, Tempo“.

Was Roboter schon heute alles können
Pepper
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Im Geschäft persönlich vom Roboter begrüßt zu werden - auch das kann bald für mehr Menschen Realität sein. „Pepper“ hat Knopfaugen, und er ist in astreinem Deutsch recht schonungslos: „Meiner bescheidenen Meinung nach ist dieses Modell nicht besonders schmeichelhaft für Ihre Figur. Dürfte ich Ihnen ein paar neu eingetroffene Modelle zeigen, die mir für Sie besonders gut gefallen?“ Eigene Infos werden per QR-Code auf dem Smartphone gespeichert, den der Roboter im Geschäft dann scannt. In Japan ist Pepper (von SoftBank) bereits aktiv.

Relay
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Wer auf Reisen die Zahnbürste vergessen hat, kann sie bald von einer freundlichen Maschine aufs Zimmer gebracht bekommen. „Relay“, der Service-Roboter, wird in einigen US-Hotels im Silicon Valley getestet. Die Rezeptionistin legt Zahnbürste, Cola oder Sandwich in eine Box im Roboter, dann gibt sie die Zimmernummer des Gastes ein. „Relay“ kann sich selbst den Fahrstuhl rufen – auch wenn er noch ziemlich lange braucht, um wirklich einzusteigen. Er scannt vorher sehr ausgiebig seine gesamte Umgebung, um ja niemanden umzufahren. Vor der Zimmertür angekommen, ruft der Roboter auf dem Zimmertelefon an.

Wenn der Hotelgast öffnet, signalisiert ihm „Relay“ per Touchscreen: Klappe öffnen, Zahnbürste rausnehmen, Klappe wieder schließen. „Das Hotel ist für uns erst der Anfang“, sagt Adrian Canoso vom Hersteller Savioke. „Wir wollen „Relay“ auch in Krankenhäuser, Altenheime und Restaurants bringen, einfach überall dahin, wo Menschen essen oder schlafen.“

Budgee
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„Budgee“ trägt die Einkäufe und rollt hinterher. Per Funksender in der Hand oder am Gürtel gesteuert, kann er bis zu 22 Kilogramm schleppen, so der US-Hersteller. Er folgt Herrchen oder Frauchen mit mehr als 6 Kilometern pro Stunde. Die Batterie hält angeblich zehn Stunden. „Budgee“ lässt sich zusammenklappen und im Kofferraum verstauen. Die ersten Vorbestellungen werden ausgeliefert, Stückpreis rund 1400 US-Dollar.

PR2
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Roboter können nicht nur Einkäufe schleppen, sondern auch für viele Menschen unliebsame Arbeiten im Haushalt abnehmen – und damit sind nicht nur die Staubsaug-Roboter gemeint. Der „PR2“ des Institute for Artificial Intelligence (IAI) der Universität Bremen kann auch in der Küche zur Hand gehen, zumindest in der Laborküche.

Handshake
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Ja, heutige Roboter können bereits feinmotorische Aufgaben übernehmen und etwa zuprosten, ohne dass das Sektglas zu Bruch geht. Das ist aber nicht die Besonderheit an diesem Bild. Der Arm rechts gehört Jordi Artigas, Wissenschaftler am Institut für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München. Der Roboterarm wird von Sergei Wolkow gesteuert – und der war nicht in Oberpfaffenhofen, sondern auf der Internationalen Raumstation ISS, wie im Hintergrund auf dem Monitor schemenhaft zu erkennen ist. Der „Tele-Handshake“ war nach Angaben des DLR ein weltweit einzigartiges Experiment.

iPal
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„iPal“ ist ein künstlicher Freund und Spielgefährte. Der Roboter ist so groß wie ein sechsjähriges Kind. Er kann singen und tanzen, Geschichten vorlesen und spielen. Durch Gesichtserkennung und automatisches Lernen wird „iPal“ mit der Zeit immer schlauer. Er erinnert sich an Vorlieben und Interessen des Kindes. „iPal“ ist keine gefühllose Maschine“, behauptet John Ostrem vom Hersteller AvatarMind. „Er kann Emotionen erspüren und fühlt, wenn das Kind traurig ist.“ Der Roboter, der in rosa oder hellblau angeboten wird, übernimmt auch gleich ein paar vielleicht leidige Erziehungspflichten: Der eingebaute Wecker holt das Kind aus dem Schlaf. Die Wetter-App sagt ihm, was es anziehen soll, und eine Gesundheits-App erinnert ans Händewaschen.

„iPal“ wurde vor allem für den chinesischen Markt entwickelt. Ostrem erläutert: „Dort gibt es in den Ein-Kind-Familien viele einsame Kinder, deren Eltern wenig Zeit haben und die einfach niemanden zum Spielen haben.“ Anfang 2016 soll es „iPal“ dort für etwa 1000 US-Dollar (knapp 900 Euro) geben.

Justin
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Solche Aufgaben, wie etwa dieses Zahnrad zu greifen und weiterzugeben, konnte der DLR-Roboter „Justin“ schon 2012. Dass er aus dem All gesteuert wird, ist jedoch neu und bislang einzigartig.

Unify bringe eine gute Kundenbasis mit ein. In den vergangenen Jahren habe es wegen der vielen Restrukturierungsrunden und der Unklarheit über die langfristige Eigentümerstruktur Verunsicherung bei den Kunden gegeben, man spüre, dass diese nun vorbei sei.

Unify hatte 2012 noch rund 1,2 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Atos legte im vergangenen Jahr um 18 Prozent auf knapp elf Milliarden Euro zu. Auch organisch blieb, anders als bei vielen Wettbewerbern, ein leichtes Plus. Der Nettogewinn stieg um die Hälfte auf 437 Millionen Euro. In Deutschland gab es allerdings ein Umsatzminus.

Weitere Akquisitionen nicht ausgeschlossen
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