Smart Materials
Material mit Grips

Noch steuert Software die Fertigungsprozesse in der Industrie. Bald aber sollen smarte Werkstoffe die Kommandos geben. Werden Sensoren, mit denen vernetzte Maschinen heute Daten sammeln und austauschen, bald überflüssig?
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KölnDer kleine Zusatz hat es in sich: Winzige Mengen Seltener Erden können die mechanischen Eigenschaften von Magnesiumlegierungen stark verbessern. Ein Effekt, den Forscher an der TU Freiberg nutzen. Sie haben neue Legierungen mit einer speziellen Mikrostruktur entwickelt. Der Werkstoff lässt sich damit auch für einzelne Bearbeitungsschritte optimieren und kann viel leichter zu Blechen verarbeitet werden - ein Vorteil etwa in der Autoindustrie.

Der Trick mache zudem einige Prozessschritte überflüssig, erklärt David Rafaja, Professor am Institut für Werkstoffwissenschaft. Während die Legierung bei der Bearbeitung eher weich sei, sorgten gezielt eingestellte Mikrostrukturen im nächsten Schritt dafür, dass die erforderliche Festigkeit erreicht werde. „Das spart Zeit, Energie und senkt die Kosten“, sagt Rafaja.

Smart Materials heißen solche neuen Werkstoffe, deren Eigenschaften sich schon in der Produktion als äußerst nützlich erweisen. Wie die Magnesiumlegierung mit ihren Mikrostrukturen können sie in der Fabrik Prozesse selbst auslösen oder diese sogar ersetzen. Für die Macher der Hannover Messe sind Smart Materials eine „Schlüsseltechnologie“: 70 Prozent der technischen Innovationen geschehen laut Messeveranstalter im Zusammenhang mit Werkstoffen.

Kühn wirken die Fragen und Visionen im Ausstellungsbereich „Smart Materials & Coatings“: Werden Sensoren, mit denen vernetzte Maschinen heute Daten sammeln und austauschen, bald überflüssig? „Wie wäre es, wenn Werkstoffe selbst sensorische Eigenschaften hätten?“

Dass solche intelligenten Materialien bald ganze Fabriken steuern, halten Experten für unwahrscheinlich. „Man muss nicht über eine Saturnexpedition sprechen, wenn man noch nicht einmal auf dem Mars gewesen ist“, sagt Thomas Völcker, Marketingmanager im Technologie- und Innovationsmanagement der Schreiner Group in Oberschleißheim. Das Unternehmen stellt Spezialetiketten her - auch RFID-Label, die in der Fertigung eingesetzt werden.

Ausgestattet mit der Funktechnik können Werkstücke Informationen für ihre weitere Bearbeitung senden - die Intelligenz wird quasi angeheftet. „Beispielsweise erhält der Bediener einer Maschine auf seinem Display eine Anweisung, welche Komponente er als Nächstes montieren muss“, sagt Völcker. Schon das sei ein „technologischer Quantensprung“.

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Kommentare zu " Smart Materials: Material mit Grips"

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  • Herr Andreas Schindler21.04.2017, 15:36 Uhr
    Herr Hofmann, haben Sie als AfD Propagandist eigentlich keine Freunde, keine Arbeit und keine Hobbys oder warum kommentieren Sie alles den lieben langen Tag? Mögen Sie sich selbst lesen? Hier gibt es keine Likes...😜

    @Schindler
    Ja, ich habe viel Zeit und freue mich immer schon das ganze Wochenende, wenn Montags morgens die Kommentarfunktion endlich wieder öffnet.(Ostern war doch schrecklich) Aber das geht ja nicht nur mir so.
    Die AFD ist die einzige Alternative die wir haben,gegen die Grün-Sozialistische Merkelregierung. Danke

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