Supercomputer
Bei Problemen Watson fragen

Der neue Supercomputer von IBM heißt wie der berühmte Gehilfe von Sherlock Holmes: Watson. Nun soll er für den Landmaschinenhersteller John Deere die ganz schwierigen Fälle lösen.

HannoverDer Werk in Mannheim gehört ohnehin schon zu den produktivsten Fertigungsstätten des weltgrößten Landtechnikherstellers John Deere. Jeden Monat verlassen gut 2000 Traktoren die Bänder, weitaus mehr Getriebe werden für andere Agrarmaschinen des Konzerns hergestellt. Die Produktion des größten Werks von John Deere in Europa ist weitgehend automatisiert und in Teilen digital vernetzt, wie vielfach in deutschen Fabrikhallen. Und doch wird das Mannheimer Werk für den nächsten großen Produktivitätssprung vorbereitet - und soll damit Vorbild auch für die anderen Werke des weltweit agierenden US-Konzerns werden. Dabei helfen soll IBM und sein Supercomputer Watson.

„Die Analyse von großen Datenmengen ist komplex und nur schwer beherrschbar“, sagte Plamen Kiradjiev, der Chefarchitekt 4.0 bei IBM in Deutschland am Dienstag auf der Hannover Messe. „Watson ist dagegen ein selbstlernendes System  und gibt einfache Antworten auf durchaus schwierige Fragen.“ Das intelligente System wird bereits in anderen Bereichen wie der Krebsforschung eingesetzt und punktet dort mit der präzisen Analyse unfassbar großer Datenmengen. Nun soll Watson für IBM auch die Welt der Industrie erobern. Zunächst als Vision, was alles schon möglich ist, aber durchaus konkret, wenn derzeit sein Einsatz in der Getriebefertigung bei John Deere in Mannheim getestet wird. Ab kommendem Jahr soll das intelligente System in der Produktion und Endmontage einsatzbereit sein.

Auf der Hannover Messe zeigt IBM schon, was die John-Deere-Beschäftigten in Mannheim erwarten wird. An einem Montageplatz tritt plötzlich ein Problem auf, blinkende Lampen signalisieren, dass irgendwas nicht in Ordnung ist. Der Mitarbeiter hat spontan keine Idee, was es sein könnte und schickt Watson im 6000 Kilometer entfernt liegenden New York ein Foto seines Arbeitsplatzes.

Binnen Sekunden meldet sich der Supercomputer, hat die Maschinerie identifiziert, mit ihr Kontakt aufgenommen, die Daten ausgetauscht  und schlägt dem menschlichen Kollegen nach Analyse und Fehlerwahrscheinlichkeit vor, doch einfach mal eine bestimmte Schraube zu lösen, den Schwenkarm mit einer speziellen Flüssigkeit zu säubern und die Metallspäne zu entfernen. Das alles über ein angeschlossenes Tablet und in direkter Kommunikation über Sprache.

Denn Watson kann reden und erklären und nicht nur Mails mit Anordnungen verschicken. Auf die Frage des Mitarbeiters, wann er denn nun eingreifen soll, schlägt Watson ihm noch vor, dies doch um drei Uhr zu tun: Zu diesem Zeitpunkt gebe es etwas Luft in der Produktion. Außerdem könne er doch gleich die ohnehin anstehende Wartung des Schwenkarms gleich mit übernehmen, da es zeitlich gut passen würde.  

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Watson erkennt genervte Kunden

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