Heinz Nixdorf
Ein Leben für den Computer

Heinz Nixdorf schlug den Großen der Branche ein Schnippchen, indem er Computer für kleine und mittlere Unternehmen baute. Doch dann wurde sein Unternehmen selbst von der Entwicklung überrollt.
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PaderbornHeinz Nixdorf stammte aus einfachen Verhältnissen. Er wurde am 9. April 1925 als ältester von fünf Söhnen eines Bahnarbeiters in Paderborn geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er in Frankfurt/Main Physik und Betriebswirtschaft und arbeitete 1951 einige Monate als Praktikant in der Entwicklung des deutschen Ablegers des US-Elektronikunternehmens Remington-Univac.

In Deutschland herrschte damals Aufbruchstimmung und Nixdorf konnte sehr überzeugend sein. Beim Energieversorger RWE in Essen begeisterte er den Leiter der Lochkartenabteilung für sein Projekt eines Röhrenrechners. Mit einem Startkapital von 30 000 Mark machte sich Nixdorf an die Arbeit. 1952 gründete er das Heinz Nixdorf Labor für Impulstechnik in Essen, später zog er nach Paderborn um.

Es war die Zeit des Glaubens an die unbegrenzten Möglichkeiten der Technik. „Riesige Rechner entstehen, die schnell 20, 30 oder 40 Quadratmeter einnehmen“, sagt Kurt Beiersdörfer, Geschäftsführer des Heinz Nixdorf Museums Forums in Paderborn. US-Unternehmen, allen voran IBM, beherrschten damals den Computermarkt. Mehrere Millionen Mark kostete so ein Rechenmonster.

Hier erkannte Nixdorf seine Nische. Während IBM sich ganz auf die Großkunden konzentrierte, entwickelte Nixdorf Geräte für die kleinen und mittleren Unternehmen. „Er war der Wegbereiter der dezentralen Datenverarbeitung“, sagt Beiersdörfer.

Das programmierbare, damals als „Kleincomputer“ geltende System 820 (Basispreis des Modells 15 von 1974: 21.090 Mark) verhalf Nixdorf ab Mitte der 60er Jahre zu einem steilen Aufstieg. 1966 lag der Umsatz noch bei 28 Millionen Mark, 1985 waren es knapp vier Milliarden.

Nixdorf habe den Computer am Arbeitsplatz ermöglicht, sagt der Informatikprofessor an der Bielefelder Universität, Ipke Wachsmuth.

Andererseits habe er offenbar die Entwicklung des Personal Computers unterschätzt. Apple legte in den 70er Jahren den Grundstein, 1981 stellte IBM seinen ersten PC vor, 1984 folgte der Apple Macintosh.

„Wir bauen keine Goggomobile“, soll Nixdorf dazu gesagt haben.

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