0900 statt 0190: Härtere Zeiten für Gebührengauner

0900 statt 0190
Härtere Zeiten für Gebührengauner

Die 0190-er Telefonverbindungen sind in der Vergangenheit extrem in Verruf geraten. Als „Schmuddel“- und „Abzocker“-Nummern wurden sie nicht selten gebrandmarkt. Seit 1. Januar sind sie nun endgültig abgeschaltet. Ersetzt wurden sie durch 0900-er Sondernummern. Wer jetzt die Hotline einer Firma anrufen, sich beim TV-Quiz bewerben, Horoskop, Wetter oder Erotikgeflüster abrufen will, kommt nur noch mit dieser Einwahl ans Ziel.

HB LEIPZIG/GÖTTINGEN. Für Telefon- und Internetkunden dürften 2006 endlich bessere Zeiten angebrochen sein, ohne Dialer-Grauzonen und Wildwuchs, meint die zuständige Bundesnetzagentur. „Die Neuerung bietet sicher Vorteile, unseriöse Anbieter können sich nicht mehr hinter den Nummern verstecken“, erklärt Behördensprecher Rudolf Boll.

Tricksereien, Tarifnepp und Gebührengaunerei sind schwerer geworden, da die Servicenummern von der Netzagentur inzwischen einzeln vergeben werden. Nicht mehr in Tausenderblocks, wie früher üblich. „Da wurden Nummern x-fach weitervermietet, nahezu täglich, bis der Verantwortliche nicht mehr auszumachen war“, sagt Evelin Voß, Telekommunikationsexpertin der sächsischen Verbraucherzentrale. Jetzt kann man Betrügern innerhalb kurzer Zeit auf die Schliche kommen. Wer sich als Kunde beschweren will, kann sich direkt an die Bundesnetzagentur (www.bundesnetzagentur.de) wenden.

Verbraucher könnten die neuen Servicenummern jetzt „durchaus nutzen, ohne Schaden zu nehmen“, gibt Voß Entwarnung. Auf den eigenen Geldbeutel muss man aber weiter scharf aufpassen: Billiger geworden ist durch die Umstellung kaum etwas. Ein paar Sekunden Anruf können auch jetzt leicht bis zu 30 Euro kosten.

Vorsicht beim Einwählen in Servicedienste sei deshalb nach wie vor ratsam, betont Voß. „Wichtig ist, dass man sich immer über die anfallenden Kosten informiert.“ Denn was auf der Telefonrechnung hinterher auftaucht, sind nicht nur die „normalen“ Verbindungsgebühren sondern auch die Kosten für den Wetterbericht selbst.

Und das kann - wie früher schon - recht teuer werden. Die Kosten für das Anwählen der 0900-Nummern legt der Anbieter selbst fest. Er muss sich dabei aber an gesetzliche Regeln halten. Konkret heißt das: Ein Gespräch darf maximal zwei Euro pro Minute kosten (bei zeitabhängigen Diensten), die Leitung wird aus Sicherheitsgründen nach einer Stunde automatisch getrennt, um horrende Rechnungen zu vermeiden. Oder man landet in Diensten, bei denen gleich 30 Euro pro Verbindung verlangt werden, völlig unabhängig von der Länge des Telefonats - also egal, ob man wenige Sekunden in dieser Leitung hing oder zwölf Stunden. So kann es passieren dass ein einminütiges Gespräch bei der einen 0900-Nummer nur 50 Cent kostet, bei der anderen aber happige 30 Euro.

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