20 Jahre World Wide Web
Verschwunden im Netz

Vor 20 Jahren erfindet Tim Berners-Lee das Internet, wie wir es heute kennen und nutzen. Der Webbrowser ist unser Sesam-Öffne-Dich zur geheimen Welt des World Wide Webs. Mit ihm navigieren wir durch das globale Datennetz und laden uns Informationen, Bilder und Musik auf den Rechner. Doch das ist erst der Anfang. Mehr und mehr verschmilzt die Computerwelt von heute mit dem Datennetz von morgen.

DÜSSELDORF. Längst arbeiten Internetentwickler an Lösungen, die das Navigieren überflüssig machen. „Das ist der Beginn des weblosen Webs“, sagt etwa Khash Mahdavi, Chef und Gründer von Telnic. Die neue Domain „.tel“ ist das erste Adressbuch, das Informationen direkt im innersten Kern des Internets abspeichert, dem DNS-System. Dieses „Domain-Name-System“ verwaltet die Adressen aller Webseiten weltweit. Es ist das Allerheiligste, der Gral, das Rückgrat von Lees World-Wide-Web. Es weiß, welcher Netz-Computer hinter „www.xyz.com“ steckt und wie er erreichbar ist.

Bislang haben die gigantischen DNS-Rechner nur die Verbindung zwischen Surfer und Web-Computer hergestellt. Bei „.tel“ ist das anders. Es gibt keine Webseite mehr, die angesprungen wird. Der Internet-Kern selber antwortet. Wer „telnic.tel“ ohne „www.“ eingibt, bekommt sofort Basisinformationen wie Telefonnummer, Skype-Name oder E-Mailadresse, Straße und Wohnort des Anschlussinhabers im Browser angezeigt. Gibt es eine Webseite oder ein Facebook-Profil, wird auch das gezeigt. Niemand braucht mehr eine „Homepage“ oder ein „Profil“, um an dem globalen Netzwerkspiel teilzunehmen. Mobiltelefone mit rudimentären Browserprogrammen könnten in Sekunden auf die Informationen zugreifen.

Neuerungen wie „.tel“ oder Mobiltelefone wie das iPhone von Apple oder Android von Google zeigen das neue, browserlose Web, das immer mehr aus den Augen der Nutzer verschwindet. Google Maps oder Yahoo Finance auf dem iPhone können durch einen Klick auf ein kleines Symbol gestartet werden. Kein sichtbarer Browser mehr, keine „URL-Adresse“, keine Fensterrahmen oder Menüleisten. Der „AppStore“ von Apple ist voll von solchen Programmen.

Die Text- oder Bildverarbeitung der Zukunft wird keine Software auf unserem Schreibtisch-PC mehr aufrufen, sondern ein Programm in der „Cloud“, der Internet-Wolke. Erste Dienste wie Google Docs gibt es schon, noch werden sie über einen Browser wie Internet Explorer, Firefox oder Opera aufgerufen. Microsoft hat Pläne, den Browser aus dem Blickfeld der Anwender entfernen. In Zukunft soll ein Klick auf ein Textverarbeitungssymbol direkt in die Cloud verbinden.

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