200.000 Ladezyklen: Neue Technik macht Akkus deutlich langlebiger

200.000 Ladezyklen
Neue Technik macht Akkus deutlich langlebiger

Forscher in den USA haben durch Zufall eine Methode entdeckt, durch die Akkus weitaus haltbarer werden. Bis zu 200.000 Ladezyklen könnte die neue Technik ermöglichen – noch ist sie allerdings ziemlich teuer.

BerlinWissenschaftler der University of California, Irvine, haben einen Weg gefunden, mit dem sich die Haltbarkeit von Akkus drastisch steigern lassen könnte. Ein von den Forschern entwickelter Akku aus Goldnanodrähten, die mit Mangan(IV)-oxid überzogen und in ein Gel aus Polymethylmethacrylat (PMMA) gelegt wurden, hält nach ihren Angaben bis zu 200.000 Ladezyklen. Dabei sinkt die Kapazität nur um fünf bis sechs Prozent.

Eine solche Reduzierung der Kapazität wird mit den gleichen Nanodrähten, aber ohne PMMA bereits nach 2000 bis 8000 Ladezyklen erreicht. Das Gel erhöht die Nutzungsdauer des Akkus im Versuchsaufbau demnach erheblich. Im Versuch verwendeten die Forscher Popular Science zufolge zwei Kathoden, nicht eine Kathode und eine Anode, wie es eigentlich bei Akkus üblich ist. Dennoch soll die Aussage valide sein.

Grund für die längere Nutzungsdauer könnte den Forschern zufolge sein, dass das PMMA die beim wiederholten Aufladen auftretende Korrosion der Nanodrähte drastisch verringert. Dies zeigen auch Mikroskop-Aufnahmen, die das Team von Nanodrähten mit und ohne Gelumhüllung gemacht hat.

Den genauen Wirkungsablauf verstehen aber auch die Wissenschaftler noch nicht vollständig – was auch daran liegen kann, dass sie ihre Entdeckung zufällig machten. Eigentlich wollte das Forscherteam schlicht einen Akku entwickeln, der statt einer Elektrolytflüssigkeit ein Gel verwendet. Dabei sind sie auf die drastisch erhöhten Ladezyklen gestoßen.

Da die Kerne der Nanodrähte aus Gold sind, dürften derartig aufgebaute Akkus jedoch merklich teurer als aktuelle Modelle sein. Sollte aber ein probates Ersatzmaterial gefunden werden, könnten sich die Fertigungskosten entsprechend reduzieren. Laut Popular Science will das UCI-Team nun versuchen, erste Akkus mit der neuen Technik herzustellen. 

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