2006 deutlicher Nettogewinn erwartet
Loewe bleibt trotz Umsatzsprung konservativ

Der Kronacher Fernseher-Hersteller Loewe will im laufenden Jahr deutlich in die Gewinnzone zurückkehren. Trotz eines Umsatzsprungs von 31 Prozent im ersten Halbjahr bleiben die Franken aber bei ihrer konservativen Jahresprognose.

HB BERLIN. "Wir werden dieses Jahr wohl so vier Mill. Euro Überschuss machen", sagte Unternehmenschef Rainer Hecker am Donnerstag im Gespräch mit Reuters im Vorfeld der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin. Das Betriebsergebnis werde bei zehn Mill. Euro liegen, bekräftigte er. "Kritisch und konservativ gesehen sind wir mit zehn Mill. Euro auf der sicheren Seite", sagte Hecker. Im vergangenen Jahr hatte Loewe bei einem Betriebsergebnis von 2,1 Mill. Euro noch einen Verlust von 1,9 Mill. Euro verbucht.

Allein im ersten Halbjahr 2006 erwirtschaftete das Traditionsunternehmen vor Steuern und Zinsen einen Gewinn von rund acht Mill. Euro. Im zweiten Halbjahr komme es nun darauf an, wie sich der anhaltende Preisverfall weiter entwickele. Bei den kleineren Flachbildschirmfernseher verflache sich der Preisrückgang, bei den größeren Formaten halte er jedoch noch an. Beim Einkauf seiner Komponenten habe Loewe bislang positive Signale, dass die Bezugspreise nachgeben werden.

Nach dem Absatz- und Gewinnschub durch die vergangene Fußball-Weltmeisterschaft sei Loewe planmäßig über die Sommermonate gekommen. "Wir haben das sogenannte Sommerloch gut überbrückt", sagte der Firmenchef. Der Verlauf des zweiten Halbjahres hänge neben der Preisentwicklung nun davon ab, wie viele Aufträge Loewe von der Ifa mit ins heimische Kronach nehmen könne. "Es kommt darauf an, welche Impulse von der Ifa kommen. Die Ifa war immer eine Konjunkturlokomotive und das wird sie dieses Jahr sicher auch wieder." Hecker rechne damit, dass im kommenden Weihnachtsgeschäft durch die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer zum Jahreswechsel viele Käufer noch vorher zugreifen werden.

Hecker bekräftigte, dass die Mitarbeiter, die 2004 zur Sanierung des damals schwer angeschlagenen Konzerns auf einen Teil ihrer Gehälter verzichtet haben, nach der Hauptversammlung im kommenden Mai das damals eingebüßte Geld mit einer Verzinsung von 25 Prozent zurückbekämen. "Das ist eine angemessene Risikoverzinsung", erklärte Hecker. Die Aktionäre müssten sich für eine Gewinnbeteiligung mindestens noch ein Jahr gedulden. "Wenn es weiter so läuft, werden wir 2008 eine Dividende ausschütten", sagte er.

Loewe hatte vor einigen Jahren den Trend zu Flachbildschirmen verschlafen und nach schweren Turbulenzen erst mit Hilfe des neuen Großaktionärs Sharp wieder Fuß gefasst. Die Japaner würden dem Unternehmen als Minderheitseigentümer auch weiterhin die Stange halten. "Es gibt keinerlei Diskussionen über einen Ausstieg", sagte Hecker.

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