25 Jahre „Sie haben Post“
Erste E-Mail begann mit einem Schreibfehler

"You have new mail". Diese vier Worte erschienen am 3. August 1984 auf dem Bildschirm, als Michael Rotert sich morgens an seinem Computer am Informatik-Rechenzentrum der Uni Karlsruhe einloggte. Vier Worte, die den Beginn eines neuen Kommunikationszeitalters in Deutschland markierten.

dpa/ap BERLIN. Vor 25 Jahren begann in Deutschland der Siegeszug der E-Mail. Am 3. August 1984 kam der erste elektronische Brief aus den USA in der Informatik-Rechnerabteilung der Universität Karlsruhe an. Erhalten hat die Mail Michael Rotert aus der Informatik-Rechnerabteilung an der Universität Karlsruhe. Die - orthografisch nicht ganz richtige - Betreffzeile lautete: "Wilkommen in CSNET!". Im CSNET hatten sich einige amerikanische Universitäten zusammengeschlossen. Bereits am 2. August hatte eine Kollegin vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston die Nachricht losgeschickt. „Michael, this is your official welcome to CSNET“, lauten die ersten Wörter.

Zunächst blieb die Kommunikation via E-Mail einige Jahre lang der Wissenschaft vorbehalten. In Zeiten, als man auf Briefe in die USA meist erst nach Wochen eine Reaktion bekam, machte es aber nichts aus, wenn eine E-Mail zwei Stunden bis zu ihrem Bestimmungsort brauchte. Mangels Standleitungen wurde die elektronische Post anfangs auf dem jeweiligen Server erst gesammelt und dann im Paket verschickt.

In den folgenden Jahren trat die E-Mail als neue Form der Kommunikation einen einzigartigen Erfolgszug an. Der Durchbruch für die E-Mail als Teil auch der privaten Alltagskommunikation begann 1993 mit Freigabe einer neuen Technologie für Internetinhalte - des World Wide Web.

Laut dem Branchenverband Bitkom verschicken heutzutage rund 60 Prozent aller Deutschen über 14 Jahre Mails. Laut dessen repräsentativer Umfrage sehen die Verbraucher die E-Mail positiv: 88 Prozent sagen, ihre Lebensqualität habe sich durch die elektronische Mail erhöht. 89 Prozent der Nutzer geben an, E-Mails steigern ihre Flexibilität. 84 Prozent kommen durch sie leichter an Informationen. Bei 66 Prozent steigt angeblich die Arbeitsproduktivität, 61 Prozent sagen, sie sparen durch E-Mails Zeit.

Bildungsgrad und Alter beeinflussen die Nutzung von E-Mails weiter stark: Nur gut 30 Prozent der Deutschen mit Hauptschulabschluss versandten 2008 täglich private Mails. Bei Personen mit Abitur sind es mit 67 Prozent mehr als doppelt so viele. Gut die Hälfte aller Deutschen mit privater E-Mail- Adresse schaut mindestens einmal täglich in ihr elektronisches Postfach. Dabei lesen Männer ihre privaten E-Mails regelmäßiger als Frauen.

Bei den 14- bis 29-Jährigen konkurriert aber laut Bitkom die klassische E-Mail mittlerweile mit Technologien wie SMS, MMS, Chat und Messenger: Fast jeder zweite Surfer (45 Prozent) zwischen 14 und 29 Jahren unterhält sich per Online-Chat mit anderen.

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