26 Klagen gegen US-Unternehmen
Microsoft verstärkt Kampf gegen Software-Piraterie

Der weltgrößte Softwarehersteller hat in den USA gegen 26 Unternehmen wegen angenlicher Verbreitung von Raubkopien Klagen eingereicht. Das teilte Microsoft am Dienstag in Redmond (US-Bundesstaat Washington) mit.

HB SEATTLE. Den in verschiedenen US-Staaten beheimateten Unternehmen wird vorgeworfen, illegale Kopien von Windows-Betriebssystemen und des Büroprogrammpakets Office verkauft zu haben. Die Klagen sollen am Freitag bei Bundesgerichten in Georgia, Illinois, Ohio, Colorado, South Carolina, New York und New Jersey eingereicht worden sein. Einige der Firmen zeigten sich überrascht von den Klagen und betonten, sie verkauften nur legale Kopien.

Damit verschärft der Konzern die Bemühungen, gegen Piraterie bei seinen beiden wichtigsten Produkten - dem Betriebssystem Windows und der Office-Software - vorzugehen. Microsoft sei besorgt über diese Vorgänge, denn sie würden das Geschäft ernsthaft beeinträchtigen, erklärte Anwältin Mary Jo Schrade. Der weltgrößte Softwarehersteller unternimmt in jüngster Zeit immer größere Anstrengungen, um die Verbreitung von Raubkopien zu unterbinden und damit den Absatz der eigenen Produkte zu verstärken. Als großer Erfolg wurde zu Beginn des Jahres die Zusage Chinas verbucht, gegen Raubkopien vorzugehen.

Analyst Ted Schadler von Forrester Research sagt, Microsoft müsse auch auf dem Heimatmarkt hart gegen Raubkopien durchgreifen, um seine internationalen Bemühungen voranzutreiben. „Wenn wir nicht unsere Geschäfte zu Hause berücksichtigen, wie können wir dann die indische oder die chinesische Regierung bitten, in ihre Firmen im Auge zu behalten?"

Microsoft macht noch immer Milliarden-Gewinne mit seiner Windows-Software, aber der Markt ist immer mehr gesättigt. Der Softwareriese hofft nun, dass durch den verstärkten Kampf gegen Raubkopien mehr Nutzer auf legale Versionen zurückgreifen. Schrade sagte, die Gang vor Gericht müsse nicht notwendigerweise Verluste wieder einbringen, solle aber das Bewusstsein für die Softwarepiraterie steigern und weitere Raubkopien verhindern. "Mit den Klagen von heute sollte unsere Botschaft sehr klar sein", erklärte die Microsoft-Anwältin weiter.

Microsoft hatte in jüngster Zeit bereits im größeren Stil mit dem Vertrieb eines Programms namens "Windows Genuine Advantage" begonnen. Dieses prüft, ob ein Computer mit legalen Versionen von Windows arbeitet.

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