3D-Fernsehen
Mattscheibe mit Biss

Mit verbesserter Technik wollen die Hersteller von Fernsehgeräten die Zuschauer endlich für dreidimensionale Unterhaltung begeistern. Sie versprechen echte 3D-Erlebnisse im heimischen Wohnzimmer. Doch ein perfektes Raumgefühl stellt sich oft noch nicht ein.

BERLIN. Pünktlich zur Ifa feiert Texas Instruments mit seinen Partnern Samsung und Mitsubishi die Europapremiere für ein DLP 3D HDTV-Gerät, das die erobern soll. Grundlage sind die DLP-Chips von Texas Instruments. Vereinfacht erklärt, handelt es dabei um eine Art Lichtschalter mit bis zu zwei Millionen auf Scharnieren montierten, mikroskopisch kleinen Spiegeln. Durch mehrfaches Umschalten der Spiegel zwischen An und Aus werden Graustufen erzeugt, die durch das Farbrad eingefärbt werden.

Bei der 3D-Technik produziert jeder DLP-Chip ein Bild für das rechte und eins für das linke Auge. Die Besonderheit: "Das Gerät eignet sich nicht nur zum dreidimensionalen Fernsehen, es kann auch ganz normal genutzt werden", sagt John Reder, bei Texas Instruments für DLP-Projektoren zuständig. Das heißt auch: Der Zuschauer muss nach wie vor eine Brille tragen, um die Tiefe des Raumes zu erleben. Dabei handelt es sich um eine Shutter-Brille, die ihre Gläser im Takt der angezeigten Bilder gegenläufig auf- und abblendet. Sie reagiert auf ein Synchronisationssignal des Monitors. Brillenträger dürften nicht erfreut sein.

Dafür verspricht Texas Instruments einen deutlichen Preisvorteil gegenüber Stand-alone-Lösungen. Und: "Das DLP-System ist sehr schnell", sagt Reder. Bilder werden mit 50 bis 60 Hertz für jedes Auge gesendet, womit insgesamt 100 bis 120 Hertz erreicht werden: das Doppelte des Üblichen. "Flackern und Schlieren sind auch bei schnellen Bewegungen ausgeschlossen", so Reder.

Samsung wird ab kommendem Jahr alle DLP-Fernsehgeräte um die 3D-Option erweitern, Mitsubishi baut sie schon in die Produktlinie Diamond ein. Wer sie nutzen möchte, muss nur noch die Shutter-Brille kaufen. Die Frage sei nicht, ob die Technik ins Wohnzimmer komme, heißt es bei Texas Instruments, sondern ob sie genutzt werde. Das verhalte sich wie bei UMTS-Handys, deren Funktionen auch nicht von jedem Käufer verwendet würden.

Philips und Grundig hatten bereits auf der letzten Ifa 3D-Fernseher gezeigt, deren Bildschirme sich den Abstand der Pupillen - etwa 6,5 Zentimeter - zunutze machen. Entsprechend werden die Bilder für jedes Auge aus einer leicht anderen Perspektive gezeigt. Das Gehirn erzeugt ein einheitliches, dreidimensionales Bild. In drei Jahren sollen erste Geräte zu haben sein.

Seite 1:

Mattscheibe mit Biss

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%