3D Filme
Das Kino erreicht die dritte Dimension

Weltweit rüsten Tausende Filmtheater auf 3D-fähige Digitaltechnik um - denn 3D-Filme versprechen durch höhere Eintrittspreis und die längere Spieldauer mehr Umsatz. Als erstes deutsches Filmunternehmen abrbeitet Constantin Film an einer großen Kinoproduktion in 3D.

AMSTERDAM. Über Jahrzehnte herrschte in den Kinosälen weltweit technischer Stillstand. Der Vormarsch des 3D-Kinos beendet nun diese Phase. "3D wird neue Zuschauer anlocken, denn die Filme sind eine neue sinnliche Erfahrung, die es in den eigenen vier Wänden bislang nicht gibt", sagt Nancy Fares, Managerin von Texas Instruments. Die texanische IT-Firma liefert mit der DLP Cinema Technologie, die in 99 Prozent aller digitalen Kinos eingesetzt wird, die entsprechende Infrastruktur.

Die 3D-Euphorie auf der Cinema Expo in Amsterdam, Europas größter Kinomesse, ist groß. Denn die verblüffenden Bilder in drei Dimensionen sollen den Filmtheatern weltweit aus dem Krise helfen. "Erste Erfahrungen zeigen, dass 3D-Filme in den Kinos länger laufen", sagt Fares, deren Konzern als Chiplieferant von der neuen Technologie profitieren will. Auch Produzenten und Verleiher teilen die zuversichtliche Einschätzung. "3D im Kino ist ein Weg, neue Zielgruppen in die Filmtheater zu locken. Vor allem die für die Branche so wichtigen 14- bis 25-Jährigen können sich mit dieser Technik ihren Wunsch nach Außergewöhnlichem erfüllen", sagt Martin Moszkowicz, Produktionsvorstand bei der Constantin Film ("Das Parfüm").

Die Kinobranche braucht dringend technische Innovationen. Immer perfektere Heimkinoanlagen in den eigenen vier Wänden machen den Filmtheatern weltweit zu schaffen. Hinzu kommt die zunehmende Konkurrenz durch das Internet. Vor allem junge Filmfans laden sich die Filme bereits vor dem Kinostart illegal aus dem Netz. Andere verbringen lieber ihre Zeit mit Videos von Youtube.

Die Technik ist nicht neu. Bereits vor 80 Jahren wurden in Hollywood die ersten Streifen in 3D gezeigt. Doch das Kino mit den Pappdeckel-Brillen konnte sich trotz vieler Anläufe, etwa in den 50er- und 80er-Jahren, nicht durchsetzen. Der Kassenschlager "Der weiße Hai" in der damaligen 3D-Technik floppte.

Verschwommene Bilder gehören aber dank digitaler Technik nun der Vergangenheit an. Trotz technischer Verbesserungen spielen 3D-Kinos aber eine bescheidene Nebenrolle im Kinogeschäft. Nach einer auf der Cinema Expo vorgestellten Studie können nur 3 250 Filmtheater weltweit dreidimensionale Filme zeigen. Vor drei Jahren allerdings waren es erst 90 Kinos. Immerhin 11 000 3D-Kinos sollen es 2011 sein.

Für Zuversicht sorgt, dass die Zahl der Filme in 3D-Version wächst. Ausschnitte aus neuen Animationsfilmen wie "Fly me to the Moon" trafen auf der Cinema Expo großes Interesse. Die großen Hollywood-Studios wie 20th Century Fox, Disney, Sony, Warner oder Paramount wollen in diesem Jahr bereits 20 Filme in 3D herstellen. Die Studios Dreamworks ("Shrek", "Ice Age") und Pixar ("Cars") haben sich entschieden, künftig alle Animationsfilme nur noch in 3D zu produzieren. Und auch Technik-Freak George Lucas will künftig seine "Star Wars"-Filme in drei Dimensionen in die Kinosäle bringen.

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