3D-Kartendienst
Microsoft startet Kamerafahrten Streetside

Für Microsofts Kartendienst Bing Streetside sind seit Montag die ersten Kamera-Autos in Deutschland unterwegs. Doch die Auseinandersetzung mit Datenschützern ist noch nicht ausgestanden.
  • 1
Nürnberg/München

Die ersten Aufnahmen für Microsofts Panoramadienst Streetside werden in den Straßen von Nürnberg, Fürth und Erlangen gemacht. Insgesamt sollten 150.000 Streckenkilometer von den Fahrzeugen erfasst werden, sagte Microsoft-Sprecherin Miriam Kapsegger der Nachrichtenagentur dpa.

Mit Streetside hat sich Microsoft bewusst Zeit gelassen, bis sich der größte Sturm der Kritik gegen den Rivalen Google und dessen Kartendienst Streetview gelegt hat. Die Panoramabilder bei Streetview hatten eine heftige Debatte um den Datenschutz entfacht. Doch auch Microsofts war prompt ins Visier der Datenschützer geraten, die eine Vorab-Widerspruchsfrist für Bürger verlangen, die ihr Haus nicht im Netz abgebildet sehen wollen.

Microsoft stehe in Gesprächen mit dem zuständigen bayrischen Datenschutzbeauftragten, sagte Kapsegger. "Wir sind weiter an einer konstruktiven Lösung interessiert." Eine Widerspruchsmöglichkeit räumt Microsoft allen Nutzern generell ein. Diesen Widerspruch schon vor Veröffentlichung zu ermöglichen, sehe der Datenschutzkodex für Geodienste, auf die sich die Industrie mit der Politik geeinigt habe, allerdings nicht vor.

Bayerns Datenschutzbeauftragter Thomas Kranig besteht auf einem sogenannten Vorab-Widerspruch: Wer nicht will, dass sein Haus im Internet abgebildet wird, der soll das erklären dürfen, bevor Microsoft sein Angebot freischaltet. Die Aufnahmen kämen so gar nicht erst in Umlauf.

Kranig gab sich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd zwar diplomatisch und sagt, er habe mit den Microsoft-Managern "intensive Gespräche geführt, die in mir die Hoffnung gestärkt haben, dass wir zu einer gütlichen Einigung kommen". Fragt man indes den US-Konzern, so heißt es, Microsoft bleibe bei seiner bisherigen Auffassung. Und die widerspricht der des Datenschützers fundamental.

Ein Problem von Microsoft ist der Hauptkonkurrent Google, dessen Dependance in Hamburg sitzt. Bevor der Suchmaschinen-Riese im vergangenen Jahr die Panoramaaufnahmen von deutschen Städten auf seiner Plattform "Street View" veröffentlichte, hatte er einen sogenannten Vorab-Widerspruch ermöglicht - und war den Hamburger Datenschützern entgegengekommen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " 3D-Kartendienst: Microsoft startet Kamerafahrten Streetside"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Was ist das denn für eine Überschrift? Und wer braucht zehn Mal (!) einen den Lesefluss störenden Verweis auf den Aktienkurs von Microsoft in diesem Text?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%