3D-Stadtplandienst „Street View“
Google fotografiert Deutschland

Google lässt derzeit mit Hochglanzkameras deutsche Metropolen für den 3D-Stadtplandienst „Street View“ fotografieren. Konkurrent Yahoo sorgt unterdessen mit der Öffnung seines Suchindexes für Schlagzeilen. Und bei YouTube enttäuschen die Werbeumsätze. „Darüber spricht das Netz“ – jeden Freitag bei Handelsblatt.com.
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Es ist soweit. Jetzt gerade fahren viele von Google mit Hochleistungskameras ausgestattete Autos durch deutsche Metropolen und fotografieren alles. Jede Straße, jedes Haus, jedes Detail. Grund: Googles Dienst „Street View“, bisher ausschließlich in den USA verfügbar, kommt nach Europa. Mit „Street View“ lassen sich auf Google-Maps Stadtpläne dreidimensional anzeigen. So lässt sich bei der Routenplanung beispielsweise schon vorher genau nachschauen, wie denn die Kreuzung aussieht, an der man links abbiegen muss – oder wie das Gebäude aussieht, zu dem man möchte. Protesten von Datenschützern sorgt Google vor, indem alle fotografierten Menschen und Nummernschilder von Autos verpixelt werden. Dennoch dürfte mit Protesten von Hausbesitzern zu rechnen sein, die ihr Haus nicht im Internet sehen wollen. Aufgedeckt wurde die Tatsache, dass die Google-Autos jetzt auch in Deutschland unterwegs sind, von einem Münchner Blogger, der sie fotografierte und in sein Blog stellte. Mittlerweile sind Sichtungen u.a. auch aus Berlin und Frankfurt bekannt. Die ersten europäischen „Street View“-Bilder, die Google online gestellt hat, stammen übrigens nicht aus Deutschland: Aus Anlass der Tour de France lässt sich über „Street View“ jede einzelne Etappe fotorealistisch nachvollziehen. Ein toller Service, der erahnen lässt, was mit „Stret View“ möglich ist.

Internet-Links

Street-View-Startseite: maps.google.com/help/maps/streetview/

Fotos der schwarzen Google-Autos im Blog des Münchners Bert Schulze: www.bertschulze.de/category/munchen/

Erläuterungen zum Street-View-Tour-de-France-Service im offiziellen Google-Blog: google-latlong.blogspot.com

Mit einem spektakulären Schritt versucht Yahoo fehlende Marktanteile gegenüber Gigant Google aufzuholen: Yahoo öffnet seine Suchmaschine für jedermann. Mit dem neuen Service „BOSS“ („Build Your Own Search Service“) lässt sich eine eigene Suchmaschine bauen, die kostenlos auf den Yahoo-Index zugreift. Einschränkungen gibt es so gut wie keine, einzige Bedingung: Yahoo darf Werbung auf den Ergebnisseiten einblenden. Die Möglichkeiten von „BOSS“ sind vielfältig. So lassen sich die Suchergebnisse anders ordnen, man kann sie mit anderen Kriterien verknüpfen oder die Präsentation der Ergebnisse komplett verändern. Haupt-Konkurrenten Google und Microsoft bieten zwar ähnliche Services an, so stark wie Yahoo hat bisher aber niemand seinen Suchindex für Fremdanbieter geöffnet. Ein erster „BOSS“-Partner ist das Start-Up Medium. Dort wird der Yahoo-Suchindex mit Erkenntnissen zum Nutzerverhalten verknüpft. Über ein bei Millionen Surfern installiertes Tool weiß Medium genau, welche Websites bei den Surfern populär sind. Wird nun bei Medium nach einem Begriff gesucht, erscheinen auf den Ergebnisseiten zunächst die momentan populärsten Seiten.

Internet-Links

BOSS-Einführung im Yahoo-Search-Blog: www.ysearchblog.com

Der erste Yahoo-Boss-Partner Medium: www.me.dium.com

Bericht bei News.com: news.cnet.com

Ausführlicher Blog-Eintrag bei GigaOm: gigaom.com

Google ist laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ enttäuscht von den Umsätzen mit seiner Video-Plattform YouTube. Nur 200 Millionen US-Dollar kommen demnach im laufenden Jahr durch Werbung in die Kassen – geplant war deutlich mehr. Mit neuen Werbeformen und anderen Erlösquellen soll nun gegengesteuert werden. So soll bei Musikvideos künftig ein Amazon- oder iTunes-Link daneben stehen, in Videos sollen Produkte anklickbar sein und bei Nutzern weitgehend unbeliebte Pre-Roll-Ads, also Werbeclips, die vor das YouTube-Video geschaltet werden, könnten eingeführt werden.

Internet-Links

Artikel des Wall Street Journal: online.wsj.com

Zusammenfassung bei heise online: www.heise.de/newsticker/

Bericht bei paidContent.org: www.paidcontent.org

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