500 Mal in der Sekunde macht es Klick
Knipst Du noch oder fotografierst Du schon?

"Wir schätzen, dass es in Deutschland mindestens 500 Mal in der Sekunde Klick macht", sagt Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband. Dabei sind Aufnahmen mit dem Handy noch nicht mit eingerechnet. Der Trend geht insgesamt zur anspruchsvollen Hobbyfotografie. Doch obwohl hochgerechnet 15,8 Milliarden Fotos im Jahr geschossen werden, gibt es zur Photokina in Köln erstmals Anzeichen für eine Sättigung des Marktes.

HB FRANKFURT. Die Branche rechnet damit, dass 2006 sieben Millionen Digitalkameras in Deutschland verkauft werden. Das sind zwar 5,8 Prozent weniger als 2005, aber noch rund zwei Mill. mehr als der Rekordabsatz von fünf Mill. Analogkameras vor 15 Jahren. Von den Kameras mit Film statt digitalem Sensor werden in diesem Jahr gerade noch 500 000 verkauft (minus 48,5 Prozent), darunter auch Einwegkameras, bei denen es eine wachsende Nachfrage gibt.

Selbst die einfachsten Digitalkameras erfüllen inzwischen alle Ansprüche für ein gutes Foto. Von Markenherstellern wie Kodak, Yakumo, Samsung oder Praktica gibt es Kompaktkameras mit einer Auflösung von drei bis fünf Megapixel schon zu Preisen zwischen 50 und 100 Euro, die deutlich mehr Funktionen bieten als vergleichbare Foto-Handys.

Spiegelreflexkameras sollen Absatz ankurbeln

Wer sich eine digitale Kamera anschaffen will, steht vor der Frage: Knipst Du noch oder fotografierst Du schon? Wer in den Kreis der etwas anspruchsvolleren Hobby-Fotografen eintreten will, wird irgendwann bei einer digitalen Spiegelreflexkamera landen. Hier erwartet der Photoindustrie-Verband in diesem Jahr eine Absatzsteigerung um 67 Prozent auf 550 000 Geräte. Bei digitalen Spiegelreflexkameras für ambitionierte Amateure machte Canon im August 2003 den Anfang mit der EOS 300D. 2004 folgte Nikon mit der D70, und inzwischen mischen in der Klasse der Spiegelreflexkameras unter 1 000 Euro sechs weitere Hersteller mit: Olympus, Konica, Panasonic, Pentax, Samsung und Sony.

Dass die in Megapixel bezifferte Auflösung nicht das wichtigste Qualitätsmerkmal einer Digitalkamera ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. "Viele Pixel machen ein Bild groß, sie machen es aber noch lange nicht gut", sagt der Deutschland-Chef von Fujifilm Helmut Rupsch. Wichtiger ist die Abstimmung des Sensors, der das Licht des Bildmotivs in elektrische Ladung umwandelt, mit dem Objektiv und der übrigen Kamera-Elektronik. Hier können viele Megapixel durchaus auch weniger Qualität bedeuten: Wenn auf der gleichen Fläche eines CCD-Sensors mehr Dioden - das sind gewissermaßen die optischen Detektoren - gepackt werden, können elektrische Ladungen von einer auf die andere Diode überspringen. Dies macht sich dann vor allem bei höherer Lichtempfindlichkeit (also bei einem hohen ISO-Wert) in Störungen bemerkbar machen, die als Rauschen bezeichnet werden.

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