80 Rechenkerne
Intel präsentiert den Superchip

Die Chip-Hersteller übertrumpfen sich derzeit mit der Zahl der Rechenkerne, die sie ihren Prozessoren spendieren. Denn nur so können die Computer die hohen Anforderungen erfüllen. Intel hat jüngst einen Vier-Kern-Chip herausgebracht. Die Forscher des Branchenprimus sind aber schon viel weiter.

ruk MÜNCHEN. Intel hat am Sonntag den Prototypen eines Prozessors mit 80 Rechenkernen vorgestellt. Der Superchip ist in der Lage, weit über eine Milliarde Gleitkomma-Operationen pro Sekunde (Fachausdruck: Flops) auszuführen. Dabei verbraucht der neue Chip weniger Strom als viele der derzeit in Computern eingesetzten Vier-Kern-Prozessoren.

Mit dem Teraflop-Chip genannten 80-Kern-Prozessor betritt der Primus unter den Chipherstellern eine Leistungsklasse, in der vor zehn Jahren sehr schnelle Supercomputer arbeiteten. Die geschah jedoch nicht auf einem einzelnen, fingernagelgroßen Chip. Die Zahlenfresser genannten Computer füllten gut gekühlte Rechenzentren.

In jüngster Zeit haben bereits Sun Microsystems und IBM interessante Vielkern-Chips vorgestellt. So ist der stromsparende Ultra Sparc T1 von Sun mit 8 Kernen bestückt. Er wird derzeit vor allem für das Managen von Web-Anwendungen eingesetzt. IBM treibt mit seinem Cell Prozessor mit 9 Kernen die Spielekonsole Playstation 3 von Sony an. Weitere Cell-Anwendungen sollen folgen. Zu den bekannten und großen Herstellern gesellen sich jede Menge Spezialisten wie Cavium Networks (16 Kerne), Azul Systems (48 Kerne), Rapport (256 Kerne) und Pico Chips (302 Kerne).

Keine Serienproduktion

Die Leistung von 1 Teraflop wird laut Intel bei einem Takt von 3,16 GHz und 0,95 V Spannung erreicht. Dabei soll der Chip gerade einmal 62 Watt verbrauchen. Im Höchsttempo bei 5,8 GHz und 1,3 V bewältigt der Prototyp 1,81 Teraflops – er frisst dann allerdings 265 Watt Energie.

Intel betonte in San Francisco, dass der vorgestellte Teraflop-Prozessor ein reines Forschungsobjekt sei. Kommerzielle Produkte in dieser Form seien nicht geplant. Doch nach Beobachtungen von Fachleuten arbeitet der Branchenprimus daran, die gewonnen Erkenntnisse in Serienprozessoren einfließen zu lassen. Die Zeit der Prozessoren mit nur einem Rechnern ist damit endgültig vorbei.

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