Abwehr unerwünschter E-Mails
Grundsatzstreit begünstigt Spam-Flut

Private Internet-Benutzer, aber auch geplagte Mail-Profis in Unternehmen verlieren langsam die Geduld: Mittlerweile hat die Flut unerwünschter elektronischer Post so stark zugenommen, dass zwischen einem Drittel und der Hälfte der Mail in die Kategorie Spam, also Werbemüll, fällt.

HB DÜSSELDORF. Ist es für Privatnutzer ärgerlich und zeitraubend, kann es im Beruf schnell geschäftsschädigend sein, wenn in der Masse der Briefe wichtige Informationen verloren gehen. Auch die Mail-Provider haben erkannt, dass ein hartes Vorgehen gegen die Urheber des Werbemülls zum wettbewerbsentscheidenden Faktor wird: America Online hat Ende Februar vier Personen angeklagt, die 35 Millionen Werbemails an AOL-Kunden versendet haben. Der verursachte Schaden wurde auf 1,6 Millionen US-Dollar taxiert.

Solche spektakulären Anklagen bleiben bisher Einzelfälle. Wirkungsvolle Abwehrstrategien sind kaum in Sicht. "Unserer Meinung nach ist das Thema Spam nur in den Griff zu bekommen, wenn man an verschiedenen Baustellen gleichzeitig arbeitet", sagt Carsten Caspers, Analyst der Meta Group. Dabei ist schon auf der ersten Baustelle - der politischen Ebene - im Moment kein einheitliches Handeln zu erkennen. Die in den USA zuständige Federal Trade Commission (FTC) streitet mit der Europäischen Union um den Königsweg.

Die FTC hat Anfang des Jahres eine Regelung verabschiedet, die auf dem Opt-out-Prinzip basiert. Das bedeutet: Wer Spam nicht haben will, muss dies dem Absender mitteilen, der ihn dann aus seinem Verteiler streichen sollte. Das hat allerdings den Nachteil, dass hartnäckige Massenmailer solche Verfahren dankbar nutzen, um ihre Adressbestände zu überprüfen: Wer antwortet, signalisiert damit, dass die Mail-Adresse gültig ist und bleibt erst recht im Datenbestand.

Die EU favorisiert die Opt-in-Regel: Wer Mails mit Werbeinhalten verschickt, soll dies nur dürfen, wenn der Empfänger zustimmt. Das steht in der Ende Oktober vergangenen Jahres verabschiedeten Datenschutzrichtlinie, aber die ist in den einzelnen Mitgliedsländern noch lange nicht umgesetzt. Außerdem konnten sich bislang die Befürworter von harten Geldstrafen nicht durchsetzen. Damit werden die Bestimmungen mangels Abschreckung praktisch wirkungslos.

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