Abzocke im Internet Wie Betrüger per E-Mail abkassieren

„Dringende Bitte“ oder „Hallo mein Freund“: E-Mails mit solchen Betreffzeilen landen täglich in vielen Postfächern. Fast alle haben nur ein Ziel: den Empfänger abzocken. Doch was tun, wenn der Absender ein Freund ist?
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Bei Geldanfragen skeptisch werden Quelle: dpa

Bei Geldanfragen skeptisch werden

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Stuttgart/Bonn„Möchten Sie bis zu 350 Euro am Tag nebenbei verdienen? Seriös, bequem von zu Hause aus? Ohne Kosten und Risiko!“ Die meisten dürften solche E-Mails gleich in den Spamordner oder Papierkorb verschieben. Doch immer wieder finden sich Menschen, die in der Hoffnung auf leicht verdientes Geld antworten.

„Wenn das Angebot zu gut ist, um wahr zu sein, müsste man hellhörig werden“, warnt Kriminaloberrat Harald Schmidt. „Doch leider gilt hier oft: Gier frisst Hirn.“

So schützen Sie Ihre Privatsphäre
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Telefon mit Passwort schützen

Mails, SMS, Kontakte oder Applikationen sollten vor unbefugten Blicken geschützt werden. iPhones lassen sich durch ein vierstelliges Passwort schützen, Google-Telefone bieten zusätzlich eine Gesichtererkennung zum Schutz an.

Diese zusätzliche Hürde, an seine Daten zu gelangen, scheint auf den ersten Blick nervig, ist aber durchaus nützlich. Spätestens wenn ein solches Gerät einmal abhanden kommt.

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Computer beim Verlassen des Arbeitsplatzes immer sperren

Was für das Handy gilt, gilt natürlich auch für den Rechner. Vertrauliche E-Mails sollten gerade im Berufsleben vertraulich bleiben.

Google
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Google Alert auf den eigenen Namen

Um zu wissen, was und in welchem Zusammenhang andere über einen schreiben, kann es sich lohnen, einen Alert auf seinen Namen oder seinen Nicknamen bei Google zu erstellen. Jedes Mal, wenn der eigene Name irgendwo im Netz erwähnt wird, bekommt eine Mail mit dem Link. So erhält man die Möglichkeit zu reagieren, sein eigenes Profil zu pflegen oder gegebenenfalls um Löschung bitten zu können.

Facebook
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Bei sozialen Netzwerken immer ausloggen

Ob im Büro, im Internetcafé oder an anderen Orten, an denen Fremde einen Blick auf den Bildschirm werfen könnten - bei sozialen Netzwerken wie Facebook sollte man sich bei Verlassen des Rechners immer abmelden. Jugendliche können so verhindern, dass ihre Eltern so fälschlicherweise etwas in ihrem Namen posten oder Accounts komplett löschen, Arbeitnehmer, dass ihnen Kollegen einen bitterbösen Streich spielen.

Wer bei Google einen Mail- oder anderen Account hat, sollte sich ebenfalls vor Augen führen, dass Google egal, wo man surft, die Daten speichert.

Kundenkarten
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Keine Bonus-Karten verwenden

Bonus-Karten versprechen Prämien oder Rabatte beim Einkauf, doch sie machen uns auch zum gläsernen Kunden. Wer das nicht möchte, sollte auf die Plastikkarten lieber verzichten.

Kasse mit Bargeld
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Bar zahlen

Wer mit Kreditkarte bezahlt, hinterlässt Spuren und Daten, die gehackt oder gestohlen werden können. Bargeld ist da die sichere Bezahl-Alternative.

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Cookies im Browser löschen

Können Sie sich noch daran erinnern, wann Sie das letzte Mal Ihren Browser aufgeräumt haben? Ja, es ist praktisch, wenn schon das alleinige Eingeben eines Buchstabens die gewünschte Webseite vorschlägt. Mit Hilfe von Cookies, also kleinen Textdateien, die lokal auf dem Rechner gespeichert werden, ist es aber möglich Benutzerprofile über das Surfverhalten eines Benutzers zu erstellen. Wer das nicht will, sollte dringend seine Browsereinstellungen ändern beziehungsweise seine Cookies löschen.

Den Angeschriebenen wird für das Weiterleiten größerer Geldbeträge über das eigene Konto eine Provision angeboten, erläutert Schmidt, der Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes ist. Letztlich handelt es sich aber um Geldwäsche, da die Hintermänner das Geld mit kriminellen Machenschaften erbeutet haben. „Jeder muss damit rechnen, dass diese Gelder von den rechtmäßigen Eigentümern zurückverlangt werden“, warnt Schmidt.

Eine verbreitete Masche ist der Vorschussbetrug. Bekanntgeworden ist er auch unter dem Oberbegriff „Nigeria Connection“, weil nigerianische Banden schon in den 80er Jahren Faxe streuten, in denen sie märchenhafte Summen für erfundene Geschäfte, Transaktionen oder Erbschaften versprachen – wenn man dafür mit vermeintlich notwendigen Gebühren in Vorleistung geht.

Heute werden solche dubiosen Angebote per E-Mail verschickt. Wer auf solche Mails eingeht, wird zunächst um eine „geringe Gebühr“ gebeten, vorgeblich etwa für Überweisungen, Anwaltskosten, Steuern oder Bestechungsgelder. Das beginnt mit geringen Summen und steigert sich bis zu fünfstelligen Beträgen, sagt Schmidt. „Für die Betrüger hat das Internet einen riesigen Vorteil: Es kostet sie nur Zeit.“

„Eine neue und noch relativ unbekannte Methode besteht im Versenden von Mails mit Todesdrohungen“, erläutert die Polizei Bayern. „Hier erhalten Internetnutzer englischsprachige Mails, in denen sie mit dem Tode bedroht werden, sollten sie nicht innerhalb von zwei Tagen antworten und 5000 US-Dollar per Western Union überweisen.“

Betrüger setzen auf Neugier oder schlechtes Gewissen
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1 Kommentar zu "Abzocke im Internet: Wie Betrüger per E-Mail abkassieren"

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  • Ein Bekannter ist leider Opfer eines gekaperten Emailaccounts geworden. Hätte er zuerst persönliche Umstände/Daten erfragt, wäre der Schwindel sofort aufgeflogen. Aber so zahlte er $250 per Western Union um angebliche Hilfe zu leisten ....

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