Ärger für Microsoft
EU-Parlament bannt neue Outlook-App

Peinliche Panne für Microsoft: Das Europäische Parlament hat eine neue E-Mail-App des Konzerns wegen „schwerwiegender Sicherheitsmängel“ gesperrt. Auf den US-Servern des Konzern werden alle Passwörter gespeichert.
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DüsseldorfPeinliche Panne für Microsoft: Das Europäische Parlament hat die neue E-Mail-App Outlook wegen „schwerwiegender Sicherheitsmängel“ gesperrt. Abgeordnete und Mitarbeiter, die Outlook für iPhone und iPad bereits installiert haben, sollen das Programm wieder löschen, rät die IT-Abteilung des Parlaments in einer E-Mail, die Handelsblatt Online vorliegt.

Hintergrund der Warnung: Die App leitet offenbar ein- und ausgehende Mails über einen Server in den USA und speichert dort auch die Zugangsdaten samt Passwort ab. Dies geht nach einem Bericht des IT-Portals Heise online aus den Datenschutzbedingungen des Programms Accompli hervor, auf der die neue Outlook-App basiert. Microsoft hatte den Entwickler 2014 für 200 Millionen gekauft.

Der Konzern habe damit theoretisch vollen Zugriff auf die persönlichen Daten, schreibt der Programmierer René Winkelmeyer in seinem Blog. Er moniert nach einer Überprüfung zudem, dass die App sich mit Online-Speicherdiensten wie Dropbox, Google Drive und Onedrive verbinden lässt. So sei es möglich, Anhänge dort abzulegen und umgekehrt Dateien aus den Online-Speichern in das E-Mail-Konto zu übertragen, erklärt der Fachmann. Sein Fazit: „Das ist ein Datensicherheitsalbtraum.“

Microsoft betont in der Datenschutzerklärung, dass niemand in der Firma unautorisiert aus die Daten zugreifen dürfe. Falls Unternehmen Bedenken hätten, könnten sie die App aber blockieren und weiterhin die Web-Oberfläche verwenden.

Mit der neuen App will Microsoft seine Dienste auch jenseits von seinen Windows-Betriebssystemen etablieren. Eine Android-Version ist in Arbeit. Auch die Büro-Software Office läuft inzwischen auf iPhone, iPad und Android-Geräten.

Update 9.2.2015: Reaktion von Microsoft ergänzt.

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