AKW-Proteste im Web: Mehr Mahnwachen als Protest 2.0

AKW-Proteste im Web
Mehr Mahnwachen als Protest 2.0

Die Anti-Atomkraft-Bewegung erhält durch die nukleare Katastrophe in Japan starken Auftrieb – und setzt dabei auch auf das Netz. Doch die „Generation Facebook“ zeigt sich online eher wenig aktiv.
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DüsseldorfDie Resonanz auf Aufrufe zur Demonstrationen gegen Kernkraftwerke ist nach der nuklearen Katastrophe in Japan enorm: Mehr als 110.000 Menschen haben sich laut Veranstalterangeben bis Montagabend an Mahnwachen beteiligt. Insgesamt seien an rund 450 Orten Mahnwachen abgehalten worden, sagte Jochen Stay, Sprecher der Kampagne „ausgestrahlt“, am Montagabend in Hamburg.

„Es ist unvorstellbar, was hier passiert“, sagte der Sprecher der Kampagne. „Wir haben völlig den Überblick verloren.“ Die Resonanz sei dank des Internets enorm. „Das ist Protest 2.0.“ Wegen der großen Nachfrage war der Server des Vereins teilweise überlastet. So konnten einzelne Seiten vorübergehend nicht aufgerufen werden.

Auch die Online-Protest-Plattform Campact, die sich 2004 nach dem amerikanischen Vorbild Move On gegründet hat, rief zu den Protesten auf. Move On war als linksliberale Kampagne gestartet als Protest gegen die anhaltende Kritik an dem damaligen US-Präsident Bill Clinton. Im Wahlkampf 2008 hatte Move On den später erfolgreichen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama unterstützt.

Nach Angaben des Vereins sind derzeit 355.294 Internetnutzer bei Campact aktiv. Das bedeutet zunächst nur, dass sie E-Mails über aktuelle politische Kampagnen erhalten. Die Themenpalette ist dabei breit: Aktionen und Aufrufe kommen ebenso aus dem Bereiche Klimaschutz wie Gentechnik, Stuttgart 21 – oder jetzt eben Atomkraft. Ob ein Mitglied einem bestimmten Aufruf folgt – sei es die Unterzeichnung einer Online-Petition oder die Teilnahme an einer Demonstration – entscheidet das Mitglied dann von Fall zu Fall.

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