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Alexander Falk auf freiem Fuß

Selbst in Handschellen hat Internet-Unternehmer Alexander Falk sein selbstbewusstes Lächeln nie verloren, doch nun hat er wirklich Grund zur Freude: Nach zwei Jahren in Untersuchungshaft ist er seit Freitag wieder auf freiem Fuß.

dpa HAMBURG. Selbst in Handschellen hat Internet-Unternehmer Alexander Falk sein selbstbewusstes Lächeln nie verloren, doch nun hat er wirklich Grund zur Freude: Nach zwei Jahren in Untersuchungshaft ist er seit Freitag wieder auf freiem Fuß.

Gegen Zahlung einer Kaution von 1,5 Mill. Mill. Euro und nach Abgabe seiner Ausweispapiere durfte der 35-Jährige am Nachmittag das Hamburger Untersuchungsgefängnis am Holstenglacis verlassen.

„Es war wie ein Abenteuerurlaub“, meinte Falk über seine Haft. „Ich freue mich jetzt auf Frau und Kind.“ Oberste Priorität bleibe für ihn, weiter gegen die seiner Ansicht nach „völlig ungerechtfertigten Vorwürfe“ der Justiz anzukämpfen. Insofern ändere sich gar nicht so viel für ihn, meinte der sportlich gekleidete Ex-Manager über seine wiedergewonnene Freiheit.

Der dringende Tatverdacht gegen Falk, dem schwerer Betrug, Kursmanipulation und Steuerhinterziehung vorgeworfen werden, bestehe weiterhin, teilte das Gericht mit. Doch die bisherige Dauer der Untersuchungshaft sowie die Verzögerung des Prozesses durch die Erkrankung eines Mitangeklagten seien Grund genug für eine Haftverschonung. Die Aufhebung eines zivilrechtlichen Haftbefehls gegen Falk bis Ende Mai machte den Weg frei für die Haftentlassung.

„Das ist schon ein Meilenstein im Prozess. Alles läuft in die richtige Richtung“, sagte Verteidiger Thomas Bliwier. Dem früheren Börsenstar Falk wird vorgeworfen, auf der Höhe der New Economy den Wert seiner Internet-Firma Ision durch Scheinumsätze aufgebläht und bei deren Verkauf an die britische Energis einen überzogenen Preis kassiert zu haben. Die Anklage beziffert den Schaden auf mindestens rund 47 Mill. Euro. Falk bestreitet jede Schuld. Ein Mitangeklagter hatte im Prozess Umsatzmanipulationen eingeräumt, ein anderer Scheingeschäfte abgestritten.

Falks Verteidiger hatten schon mehrfach erfolglos die Aufhebung des Haftbefehls gegen ihren Mandanten gefordert, der seit Juni 2003 und zuletzt als einziger der sechs Beschuldigten in U-Haft gesessen hat. Als sich am Mittwoch ein Mitangeklagter, der frühere Finanzchef der Ision, wegen einer Beinverletzung für zwei Wochen als verhandlungsunfähig meldete, drohte dem Prozess eine Pause von einem Monat. „Unzumutbar“ für Falk, meinten seine Anwälte. Sie beantragten die Aufhebung des Haftbefehls und die Einstellung der Zwangsvollstreckung gegen Falk.

Der 35-Jährige muss sich nun gemäß der Gerichtsentscheidung einmal wöchentlich bei der Polizei melden und darf ohne gerichtliche Genehmigung Deutschland nicht verlassen. Damit wollen die Richter der Fluchtgefahr begegnen.

„Ich mache keine faulen Kompromisse“, hatte der 35-Jährige am Donnerstag nach der zunächst ergebnislosen Haftprüfung durch das Gericht noch gesagt. „Wir nehmen, was wir kriegen können“, kommentierte sein Anwalt Bliwier am Freitag die neue Entwicklung.

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