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Amazon.com mit starkem Umsatzwachstum - Trotzdem Kurssturz

Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon.com hat trotz einer starken Steigerung von Gewinn und Umsatz im vierten Quartal und im Gesamtjahr 2004 die Wall Street enttäuscht. Der Umsatz stieg im Schlussquartal 2004 um 31 Prozent auf 2,5 Mrd. Dollar (1,9 Mrd Euro).

dpa SEATTLE/NEW YORK. Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon.com hat trotz einer starken Steigerung von Gewinn und Umsatz im vierten Quartal und im Gesamtjahr 2004 die Wall Street enttäuscht. Der Umsatz stieg im Schlussquartal 2004 um 31 Prozent auf 2,5 Mrd. Dollar (1,9 Mrd Euro). Die Gesellschaft verdiente 347 (Vorjahr: 73,2) Mill. Dollar oder 82 (17) Cent je Aktie.

Der Amazon.com-Aktienkurs stürzte jedoch am Donnerstag zu Beginn des Handels an der Nasdaq-Börse am um 15,8 Prozent auf 35,26 Dollar ab. Damit ist der Gesamtwert der Amazon.com-Aktien innerhalb Tagesfrist um rund zweieinhalb Mrd. Dollar auf etwa 14,4 Mrd. Dollar geschrumpft. Das Zwölfmonatshoch hatte Amazon.com im Ende Juni 2004 mit 54,70 Dollar erreicht.

Unter Ausklammerung eines Steuervorteils von 244 Mill. Dollar auf Grund von Verlustvorträgen aus früheren Jahren hätte es nur einen Gewinn von 35 Cent je Aktie gegeben. Die Analysten hatten aber auf dieser Basis mit einem Gewinn von 40 Cent je Aktie gerechnet. Außerdem hatte Amazon.com höhere Kosten und will seine Ausgaben zum Ausbau des Geschäfts weiter erhöhen. Marktbeobachter verwiesen auch auf die stärkere Konkurrenz durch Wal- Mart und andere große Einzelhandelsunternehmen.

Im internationalen Geschäft, das auch über Web-Sites in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Japan und China abgewickelt wird, legte Amazon.com gegenüber dem Schlussquartal 2003 sogar um 43 Prozent auf knapp 1,2 Mrd. Dollar zu und hatte einen operativen Gewinn von 55 (39) Mill. Dollar. Das Auslandsgeschäft brachte bereits 44 (38) Prozent des Gesamtumsatzes. Amazon.com lieferte in 225 Länder.

Amazon-Deutschland-Chef Ralf Kleber äußerte sich dennoch erfreut über die Zahlen. „Wir hatten ja im letzten Jahr, das vergisst man schnell, zum ersten Mal in der Firmengeschichte den Break Even erreicht“, sagte er. „Auch wenn es den Analysten nicht gefällt, wir sind mächtig stolz auf unsere jüngsten Ergebnisse.“

Neben deutlich höheren Umsätzen in den USA und in Kanada hat der Internet-Händler vor allem dank einer starken Auslandsexpansion seinen Umsatz im vergangenen Jahr auf 6,9 Mrd. Dollar erhöht, plus 31 Prozent. Der Jahresgewinn stieg auf 588 (Vorjahr: 35,3) Mill. Dollar oder 1,39 (0,08) Dollar je Aktie. Unter Ausklammerung von Sonderfaktoren wäre ein Jahresgewinn von 395 Mill. Dollar oder 93 Cent je Aktie angefallen.

In Deutschland hat das Unternehmen mit einer Reihe von erfolgreich eingeführten Angeboten gut punkten können, sagte Kleber. Die Nachfrage in dem neuen Shop für Elektronik-Geräte sei „durch die Decke gegangen“. In den letzten zwei Dezember-Wochen habe der Shop sogar noch die Rekordergebnisse im Buch-Verkauf übertreffen können. Auch speziell für das deutsche Portal entwickelte Angebote wie die Niedrigpreis-Garantie für Dvds, den kostenlosen Buch-Versand und die Express-Zustellung seien bei den Verbrauchern sehr gut angekommen.

Amazon.com erwartet für das erste Quartal dieses Jahres einen Umsatz von 1,8 bis 1,95 Mrd. Dollar, was einer Steigerung von 18 Prozent bis 27 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2004 bedeuten würde. Der operative Gewinn dürfte zwischen 80 und 110 Mill. Dollar liegen. Das wäre ein Rückgang von 28 Prozent bis null Prozent gegenüber den Vorjahresvergleichszahlen.

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