Amazon-Sprachassistent Alexa hört immer mit

In einem US-Mordfall versuchen die Ermittler, einen Verdächtigen zu überführen – mit Daten seiner smarten Assistentin Alexa. Die Amazon-Technologie speichert längst mehr als vielen Nutzern klar sein dürfte.
Update: 08.03.2017 - 06:37 Uhr 6 Kommentare
Über das System lassen sich auch vernetzte Geräte in einem Smart Home per Stimme steuern. Quelle: Reuters
Amazon-Lautsprecher

Über das System lassen sich auch vernetzte Geräte in einem Smart Home per Stimme steuern.

(Foto: Reuters)

San FranciscoDigitale Sprachassistenten wie Amazon Echo oder Google Home registrieren mehr von ihrer Umwelt als mancher Nutzer vielleicht vermuten würde. Damit die intelligenten Lautsprecher jederzeit auf ein Kommando ihres Besitzers reagieren können, müssen sie im Grunde ständig wachsam, also „angeschaltet“ sein – selbst wenn er ihnen dazu nicht den expliziten Weck-Befehl „Okay Google“ oder „Alexa“ gegeben hat.

Der Dauereinsatz der Horch- und Sprachgeräte in Wohnzimmer und Küche führt dazu, dass immer mehr Informationen über den Nutzer digital vorliegen und damit prinzipiell auslesbar sind, sei es nun für Amazon oder Google oder jemand anderen. Das können nun auch die Gesetzeshüter sein.

Sind Gespräche zwischen Alexa und ihrem Besitzer prinzipiell von der Meinungsfreiheit geschützt? Welche Informationen dürfen im Zweifelsfall und unter welchen Umständen an Ermittler ausgehändigt werden? Dieser Frage hat nun in ein aktueller Mordfall im US-Bundesstaat Arkansas aufgeworfen.

Ermittelnde Behörden hatten Amazon zur Herausgabe der Daten verdonnert, die dem Konzern über die Kommunikation des Angeklagten James Andrew Bates mit dessen Amazon-Echo-System vorliegen. Die Staatsanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass der Mann den Tod seines Freundes Victor Collins verschuldet hat. Das Opfer war im November 2015 in Bates' Whirlpool tot aufgefunden worden.

Bates hat auf „nicht schuldig“ plädiert und erklärt, dass er geschlafen und seinen Bekannten erst am Morgen tot vorgefunden habe. Die Ermittler schöpften jedoch Verdacht, weil sie mutmaßliche Kampfspuren fanden und der vernetzte Wasserzähler den Verbrauch von mehr als 500 Litern Wasser zwischen 1 Uhr und 3 Uhr morgens meldete. Die Polizei vermutete, dass damit möglicherweise Blut weggespült worden sei. Der Gerichtsmediziner kam schließlich zu dem Schluss, der Tote sei erwürgt worden.

Sind Alexas Daten durch die Verfassung geschützt?
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6 Kommentare zu "Amazon-Sprachassistent: Alexa hört immer mit"

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  • "Herr Alfred E. Neumann - 09.03.2017, 12:35 Uhr

    Liebe Kommentatoren, leider werden wir noch viereinhalb Jahre mit der psychopatologischen Zonenpfaffentochter oder dem Kriminellen Alkoholiker leben müssen.
    Handlungsunfähig werden wir gezwungen zuzuschauen wie dieses großartige Land zugrunde gerichtet wird!"

    @HBO
    das ist sogar unter meinem Niveau.
    Ich bin zwar ein glühender Anhänger von Trump und Putin, und sehe für unser Reich nur die AFD als Rettung, aber das geht wirklich zu weit.
    Bitte Neumann entfernen, der ist ja wohl MAD! Danke

  • @Annette Bollmohr08.03.2017, 18:08 Uhr

    "Selbst wenn es so wäre, kann die Konsequenz nicht die Abschaffung der technischen Errungenschaften, sondern nur die Abschaffung der "Überwacher" sein."

    Angesichts der neuen WikiLeaks-Enthüllungen (CIA nutzt systematisch Schwachstellen von Freizeit-Elektronik bzw. zwingt Hersteller sogar, Schwachstellen einzubauen) ist das reichlich naiv. Gesammelte Daten wecken immer Begehrlichkeiten zwecks Überwachung. Nur Daten, die nicht gesammelt werden, sind sicher.

    Geräte wie Alexa , SmartMeter, "Intelegente" Haushaltsgeräte, autonome Autos etc sind keine "Errungenschaften", sondern trojanische Pferde im Haushalt, die uns Bürgern mit dem Komfortargument untergejubelt werden.

  • @G. Nampf, 08.03.2017, 09:32 Uhr

    "Die letzte Stufe ist die anlaßlose permanente Komplettüberwachung aller Bürger."

    Selbst wenn es so wäre, kann die Konsequenz nicht die Abschaffung der technischen Errungenschaften, sondern nur die Abschaffung der "Überwacher" sein.

    Am intelligentesten wäre es dabei, sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.

  • @ Herr Hofmann
    WLan und Tablet, Smart-TV und Mobiltelefon sollten in die gleiche Kategorie wie Alexa fallen. Wer nicht abseits von jeglicher moderner Technologie in einer Holzhütte in den Bergen lebt, dürfte ein Raub der modernen Datendiebe werden.

    Ich bin ob der obigen Nachricht nicht überrascht oder schockiert, es wundert einen gar nichts mehr.

  • Wer muss da noch auf die NSA schimpfen...wenn die Menschen selbst so dumm sind, sich dieser Abhör- und Informationstechnik freiwillig auszuliefern.

  • Es ist immer wieder das gleiche:

    Zuerst werden uns datensammelnde Gimmicks wie Alexa, selbstfahrende Autos und das "Internet der Dinge" unter dem Aspekt des "modern seins" und der Bequemlichkeit untergejubelt.

    Dann werden wir damit eingelullt, daß die Daten zur "Bekämpfung schwerer und schwerster Straftaten an die Behörden herausgegeben werden.

    Dann wird der Katalog, was eine "schweren Straftate" ist, immer länger und die Straftaten immer leichter.

    Die letzte Stufe ist die anlaßlose permanente Komplettüberwachung aller Bürger.

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