Amerikaner wollen die Nische der Taschencomputer verlassen
Softwareanbieter Palm Source drängt ins Handy-Geschäft

Der Softwarehersteller Palm Source erschließt sich neue Märkte. Weil der Absatz im angestammten Geschäft mit Taschencomputern stagniert, wollen die Amerikaner jetzt verstärkt Handy-Software verkaufen. Um im Preiskampf für Software für günstige Handys mithalten zu können, hat das Unternehmen nun den chinesischen Programmentwickler China Mobilesoft (CMS) übernommen.

HB MÜNCHEN. "Das ist ein großer Schritt für uns, weil wir die Angebotspalette wesentlich erweitern können", sagte Palm-Source-Chef David Nagel in München. Zudem bekomme das Unternehmen Zugang zum schnell wachsenden chinesischen Markt. Palm Source ist der Hersteller des weit verbreiteten Betriebssystems PalmOS für Taschencomputer, so genannte PDAs, und Smartphones, einer Mischung aus PDAs und Handys. Bis Herbst 2003 waren die Kalifornier Teil des PDA-Produzenten Palm.

Seit der Abspaltung expandiert die Firma verstärkt in Bereiche außerhalb der Taschencomputer. Der Hintergrund: Die Firma geht davon aus, dass der Absatz von PDAs in den nächsten drei Jahren lediglich von zehn auf zwölf Millionen Stück steigen wird. Der Verkauf von Smartphones dagegen werde von zehn auf 260 Mill. anziehen.

Durch den Kauf von CMS will Palm Source aber nicht nur die teuren Smartphones mit seiner Software bestücken, sondern Handys aller Preislagen. Dazu sollen die günstigen chinesischen Ingenieure die Software entwickeln. Mit Symbian, einem Gemeinschaftsunternehmen führender Handyhersteller und dem Softwareriesen Microsoft hat Palm Source allerdings mächtige Konkurrenten.

Technisch interessant an der Übernahme von CMS ist, dass die Firma bereits eine Linux-Version als Betriebssystem für mobile Endgeräte entwickelt hat. Linux als frei verfügbares Betriebssystem ist der große Gegenspieler von Windows aus dem Hause Microsoft. "Wir sind überzeugt davon, dass wir dank der Kombination aus Palm Source, CMS und Linux über so viel technisches Potenzial verfügen, dass wir auch mit den größten Betriebssystem-Herstellern konkurrieren können", gab sich Nagel zuversichtlich.

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