Analyse: „Google Apps“: Übersichtlicher Werkzeugkasten

Analyse: „Google Apps“
Übersichtlicher Werkzeugkasten

Google will auf dem Markt der Büro-Software ein gewichtiges Wort mitreden. Dies soll mit dem Paket „Google Apps“ geschehen. Die Chancen gegen den scheinbar übermächtigen Gegner Microsoft und dessen Office-Paket stehen dabei gar nicht mal so schlecht. Denn das Google-Angebot bietet dem Nutzer einige Vorteile.

MÜNCHEN. Am Donnerstag hat der Suchmaschinen-Primus die Premiumversion seiner Software vorgestellt hat. Mit einem Preis von jährlich umgerechnet 38 Euro pro Arbeitsplatz greift Google trotz gegenteiliger Beteuerung direkt Microsoft an, muss doch für Arbeitplatzlizenzen von „Office“ ein deutlich höherer Betrag auf den Tisch gelegt werden.

Es ist aber nicht der auf den ersten Blick deutliche Preisunterschied, der das Angebot von Google so gefährlich macht. Es ist vielmehr ein völlig anderer Ansatz, der sich mittelfristig auf dem Markt durchsetzten könnte: Google bietet eine kleinen Werkzeugkasten für Bürosoftware, während man mit Microsofts schöner neuer Super-Software einen ganzen Laden kaufen muss.

Das Problem ist seit Jahren bekannt. Die Mehrheit der Schreibtischtäter braucht nur wenige Software-Werkzeuge, um die Tagesgeschäfte im Büroalltag zu erledigen. Das geschieht heute mit Programmen für Textverarbeitung, Tabellenkalkulationen und die Bearbeitung der elektronischen Post. In der Regel kommen dabei die Produkte Word, Excel und Outlook von Microsoft zum Einsatz. Sie sind die wichtigsten Bestandteile des Büropakets „Office“ des Marktführers unter den Softwarehäusern.

Doch „Office“ ist kein kleiner Werkzeugkasten, aus dem man die jeweiligen Tools für den Einsatz am Schreibtisch nehmen kann. Office ist vielmehr ein übermächtiges Paket, das mit seinen vielen Werkzeugen und Funktionen seit Jahren die Mehrzahl der Nutzer leicht überfordern kann. Der Grund für dieses Angebot des mächtigen Softwarehauses aus Redmond liegt auf der Hand: Seit Jahren ist es Politik von Microsoft, möglichst viele Funktionen in sein Betriebssystem Windows, aber auch in sein Bürosystem „Office“ zu packen, um damit die führende Stellung am Markt einzunehmen.

Microsoft steckt in der Zwickmühle

Die Forderung nach einem Büropaket mit nur wenigen Werkzeugen ist alt. Doch aufgrund seiner Vermarktungsstrategie war es Microsoft bisher nicht möglich, ein solches Paket auf dem Markt zu bringen. In diesem Falle würde Redmond sein eigenes, nicht gerade billiges Paket „Office“ kannibalisieren.

Die Profi-Version von „Google Apps“ kommt zu einem Zeitpunkt auf den Markt, der für Microsoft nicht gerade einfach ist. Erst vor wenigen Tagen musste Microsoft-Chef Steve Ballmer einräumen, dass der Start von Vista und Office bei weitem nicht so enthusiastisch verlief, wie viele bisher angenommen hatten.

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