Analyse
Purzelnde Preise im Mobilfunk

Auf der Internationalen Funkausstellung war die neueste Handy-Generation zu bestaunen. Sie kann vieles. Zum Beispiel mobiles Fernsehen. Dabei kommt unweigerlich die Frage auf, was dies denn kosten wird.

Die Tarife für die Zukunfts-Handys stehen noch nicht fest. Klar ist aber, dass die heutigen Preise im deutschen Mobilfunk hoch sind. Im Vergleich zum EU-Durchschnitt zahlen deutsche Nutzer über 40 Prozent mehr pro mobil telefonierte Minute.

An den Gründen für diese Unterschiede spalten sich die Geister. Netzbetreiber und Bundesnetzagentur pochen auf die mangelnde Vergleichbarkeit der Tarife, weil die Anbieter in Deutschland anders als etwa in Italien die Handys subventionieren. Die Kunden stottern diese Subventionen während ihrer meist zweijährigen Vertragslaufzeit mit höheren Gebühren ab. Darüber hinaus rechtfertigen die Mobilfunkanbieter ihre Tarife mit den milliardenschweren UMTS-Investitionen, die sie wieder erwirtschaften müssten.

Beide Argumente stechen nicht. Zum einen sind im Bereich der vorausbezahlten Guthabenkarten bereits nicht subventionierte Handys für 40 Euro im Angebot. Zum anderen haben die Mobilfunker in den Boomzeiten Ende der neunziger Jahre ein Vielfaches der UMTS-Ausgaben in Zukäufe investiert.

Das beste Beispiel liefert das USA-Engagement des deutschen Marktführers T-Mobile. Ron Sommer zahlte als Telekom-Chef 2001 mehr als 40 Mrd. Dollar für den amerikanischen Netzbetreiber Voicestream. Gemessen daran, sind die UMTS-Investitionen seines Konzerns in Deutschland in Höhe von etwa zehn Mrd. Euro überschaubar.

Die exorbitant hohen Kaufkosten haben in den USA aber keineswegs dazu geführt, dass T-Mobile dort die Preise angehoben hat. Im Gegenteil: Die Minutenpakete bieten zu konstanten Preisen immer höhere Volumen. Etwas anderes wäre auf dem hart umkämpften US-Markt auch gar nicht möglich.

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