Anbieter heizen Preiskampf weiter an
DSL-Zugang fast zum Nulltarif

Spieglein, Spieglein an der Wand - wer ist der billigste im ganzen Land? Es ist kein Märchen, das die Betreiber von Anschlüssen für das schnelle Internet derzeit ihren Kunden erzählen. Für Dauersurfer wird das Befahren der Datenautobahn nahezu täglich billiger.

dpa DÜSSELDORF. Kein Tag vergeht, an dem einer von inzwischen zahlreichen DSL-Anbietern nicht mit einem neuen „Preishammer“ die Konkurrenz schockt und auszuhebeln versucht. Ähnlich wie in der Telefonie kurz nach Marktöffnung Ende der 90er Jahre ist jetzt im Datengeschäft ein heißer Preiskampf entbrannt. Es geht um mehr als sieben Mill. DSL-Kunden in Deutschland, die nach wie vor hauptsächlich bei der Telekom registriert sind. Doch die Konkurrenz hat inzwischen im Breitbandgeschäft Fuß gefasst und macht dem Bonner Riesen mit eigener Infrastruktur, angemieteten Leitungen und Wiederverkaufsangeboten ordentlich Druck.

Einen DSL-Zugang gibt es laut dem Verbraucherdienst „Chip Online“ inzwischen fast zum Nulltarif. „Parallel dazu schalten immer mehr Provider den Datenturbo höher.“ Möglich sind inzwischen Geschwindigkeiten bis zu sechs Megabit pro Sekunde. Als Preisbrecher und Vorreiter für günstige Pauschaltarife in der Branche gilt der Anbieter 1&1. So bietet das Unternehmen nach Angaben von „Chip Online“ vom Freitag preiswerte Pauschaltarife, so genannte Flatrates, mit Download-Geschwindigkeit von bis zu sechs Megabit an.

Selbst die Telekom bleibt in diesem mörderischen Spiel um neue Kunden nicht untätig, obgleich sie in der Branche nicht der billige Jakob werden will. So kündigte die T-Online-Tochterfirma Congster am Freitag einen Pauschaltarif von 6,99 Euro im Monat an - und das für alle verfügbaren Bandbreiten, von T-DSL 1 000 bis T-DSL 6 000. Aber damit liegt Congster eher am oberen Ende der Preisskala.

„Auch bei den Anbieter Callando, One2surf, Kamp, 3U Telecom und 1click2dsl finden Vielsurfer günstige Flatrates“, berichtet „Chip Online“. Doch die Tarife werden immer unübersichtlicher und entwickeln sich zu einem wahren Dschungel. Darin kann der Surfer schnell die Übersicht verlieren. So verlangen die meisten Anbieter einen höheren Preis, je höher die Geschwindigkeit wird. Und der Surftarif ist nur die eine Seite der Medaille. Fällig werden weiterhin monatliche Grundgebühren für den DSL-Anschluss.

Nämlich nur wenige Unternehmen - neben dem Platzhirsch Telekom sind das vor allem Arcor, Versatel, QSC oder verschiedene regionale Betreiber wie Netcologne oder Hansenet - besitzen eine volle Infrastruktur. Die anderen sind hauptsächlich Wiederverkäufer von DSL-Anschlüssen. So muss der Kunde bei 1&1, Callando oder One2surf allein für den T-DSL-Anschluss monatlich zwischen 17 und 25 Euro berappen. Bei Arcor liegen die Preise zwischen zehn und 20 Euro.

Trotzdem sind die DSL-Preise in Deutschland günstig wie nie. Bei Callero beispielsweise kann eine Superflatrate zum Nulltarif gebucht werden. Voraussetzung ist eine einmalige Einrichtungsgebühr von knapp 50 Euro. So gehört Deutschland in Sachen DSL im europäischen Vergleich nach Angaben des Beratungsfirma Teligen inzwischen zu einem Niedrigpreisland. Deutlich günstiger sind die DSL-Preise lediglich in Frankreich.

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