Anbieter setzen auf gemeinsame Standards
Beim E-Government trägt Arbeit langsam Früchte

Die Jahre des Aufbaus von Plattformen für Online-Transaktionen haben sich gelohnt. Jetzt ist die Abwicklung sicherer Geschäftsbeziehungen und die Ernte der Früchte angesagt. Das gilt für E-Government-Projekte genauso wie für klassische kommerzielle Online-Auftritte.

HB DÜSSELDORF. "Sichere, transaktionsorientierte Services sind stark im Kommen", glaubt Winfried Materna, Geschäftsführer des gleichnamigen Software- und Beratungshauses. Auch in Bereichen, die bisher technisch nicht in vorderster Linie standen, halten Informationstechnologien verstärkt Einzug. "Gerichte zum Beispiel waren in der Vergangenheit IT-technisch sehr rustikal ausgestattet - es dominierten eher die hohen Aktenberge. Nun werden in Nordrhein-Westfalen und Bayern große Projekte aufgesetzt, um Gerichte mit modernen Technologien auszustatten", so Materna.

Auch zeichnet sich ab, dass die Bereitschaft der Anbieter steigt, voneinander zu lernen, anstatt wie früher vieles doppelt zu entwickeln. So bewertet beispielsweise im Projekt Digitales Ruhrgebiet eine Projektgesellschaft unterschiedliche Lösungen und schlägt dann für die Kommunen Best Practices vor.

Auch Michael Tschichholz, Leiter des E-Government-Zentrums der Fraunhofer-Gesellschaft, sieht bei den derzeitigen Projekten einen Trend, nicht mehr singulär zu denken, sondern über Einzellösungen hinauszugehen und interregionale Projekte zu etablieren. Sein Beispiel: eine von der Bremen Online Service entwickelte Schnittstelle. Das "Protokoll Online Services Computer Interface", kurz OSCI, soll sichere und nachvollziehbare Transaktionen ermöglichen. Während bislang der Mailverkehr einer offen verschickten Postkarte entspricht, sind OSCI-Transaktionen vom Sicherheitsstandard einem Einschreiben mit Rückschein vergleichbar, heißt es selbstbewusst beim Anbieter.

Der OSCI-Teilbereich X-Meld wird ab 2005 bundesweit zum Austausch von Meldedaten eingesetzt. "Damit lässt sich die Ummeldung relativ einfach durchführen, und das Verfahren wird international eine wichtige Rolle spielen", schätzt Fraunhofer-Experte Tschichholz.

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