Andere PC-Hersteller unter Druck
Windows hält Einzug bei Apple

Das Microsoft-Betriebssystem soll die Mac-Rechner aus der Marktnische holen - andere PC-Hersteller bringt das allerdings unter Druck.

DÜSSELDORF. Nach "Intel inside" jetzt "Microsoft inside": Seit heute können Besitzer von Apple-Computern der jüngsten Generation Microsoft Windows XP ganz offiziell als Betriebssystem installieren. Apple selbst stellt überraschend die dafür benötigte Software unter www.apple.com/macosx/bootcamp zur Verfügung.

Mit dieser Wende in Apples Geschäftspolitik ist das Microsoft-Betriebssystem nun ohne Übersetzungsprogramme ("Emulatoren") auf jeder PC-Architektur im Privatkundenbereich lauffähig. Apple erschließt im Gegenzug neue Kundenkreise zu Lasten traditioneller Anbieter von Windows-PCs wie Dell.

"Das ist ein geschickter Schachzug", sagte Paul Jackson, PC-Experte bei Forrester Research in Amsterdam. "Es gibt viele, die schon immer einen Apple kaufen wollten, aber es gelassen haben, weil sie ihre Windows-Software gewohnt waren."

Bei Apple im kalifornischen Cupertino will man den Ball trotz der Tragweite der Entwicklung flach halten: "Wir haben weder den Wunsch noch die Absicht, Windows zu verkaufen oder zu unterstützen", betonte Philip Schiller, Vize-Präsident für Produktmarketing bei Apple. Apple hatte sich in einer ebenfalls spektakulären Entscheidung vor zwei Monaten dazu entschlossen, in seinen Mac-PCs erstmals Intel-Prozessoren zu verwenden. Die leistungsfähigen Intel-Bauteile ersetzen IBM-Chips. Damit hatte Apple den Grundstein für eine weit gefasste Marktöffnung gelegt - Windows-Software auf den Mac-Rechnern ist der zweite wichtige Schritt für diesen strategischen Wandel.

"Die Ankündigung ist gleichzeitig auch eine gute Neuigkeit für Microsoft", bestätigte Analyst Jackson. Sie zeige, dass "Apple erkannt hat, dass man nur zusammen mit Microsoft größere Marktanteile gewinnen kann."

Im Endeffekt blieb Apple kaum eine andere Wahl. Mit der Übernahme des Intel-Prozessors hat Apple praktisch selbst das Einfallstor für Windows geöffnet. Seit Erscheinen der Intel-Mac versuchen Bastler, Windows auf diesen Rechnern zu installieren. Microsoft selbst arbeitet an einer Weiterentwicklung des Emulators "VirtualPC", der es ermöglicht, im Betrieb zwischen Windows und Apple-Betriebssystem OS X umzuschalten.

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