Angriffe auf Instant Messaging erwartet
Viren-Autoren nehmen Mobilgeräte ins Visier

In diesem Jahr dürfte keine große neue Viren-Welle mehr drohen, die nächsten Angriffe auf die PCs sind aber schon absehbar. 2006 rechnen die Experten der IT-Sicherheitsfirma McAfee vor allem mit einem starken Anstieg bei den Schadprogrammen für Mobilgeräte und einer weiteren Zunahme der Phishing-Angriffe sowie des Identitätsdiebstahls.

HB FRANKFURT. Viren für Mobilgeräte gibt es nach Angaben von McAfee seit Juni 2004, als der erste Proof-of-Concept-Virus für Smartphones auftauchte, der zeigte, dass es möglich ist, das Betriebssystem Symbian durch bösartigen Code zu beeinflussen. Der erste echte Virus hieß dann "Duts". McAfee rechnet 2006 weltweit mit einer erheblichen Zunahme dieser Viren. Die stetig steigende Nutzung der Smartphone-Technologien habe zur Folge, dass Virenschreiber ihre Aktivitäten von PCs und Notebooks auf die tragbaren Geräte im Taschenformat verlagerten. Auch sei nur ein verschwindend geringer Prozentsatz dieser Geräte bereits durch Sicherheitsprogramme geschützt.

Eine sehr Ernst zu nehmende Bedrohung stellen auch weiter die Phishing-Angriffe dar, bei denen es um den Diebstahl von wichtigen Daten wie Benutzernamen und Passwörtern geht. Die Angriffe werden dabei nach Einschätzung von McAfee durch Spyware und Password-Stealing-Programme immer zielgerichteter werden.

Die Experten des Sicherheitsunternehmens Message Labs erwarten im kommenden Jahr auch vermehrte Attacken auf das Instant Messaging (IM), den Austausch von Nachrichten in Echtzeit. Die Viren- und Spam-Gemeinde konzentriere sich zusehends auf IM-Systeme, da dieser Kanal sich als Hintertürchen für den Zugriff auf unternehmensinterne IT-Systeme nutzen lasse. Auch seien IM-Anwendungen wegen der Standardisierung der Plattformen für die Verbreitung von Spam attraktiver geworden. 2005 sei ein Wendepunkt in der Geschichte der IT-Sicherheit gewesen, sagt Ben White, Chef und Mitbegründer von Message Labs. Die Zielrichtung der Angriffe habe sich von der Störung von Geschäftssysteme und deren Diensten auf den Diebstahl von Daten und Passwörtern geändert.

Die Forschungseinrichtung von McAfee im Bereich Computerviren und Sicherheit, die McAfee Avert Labs, blicken inzwischen auf eine zehnjährige Geschichte zurück. Dabei hätten die Bedrohungsformen, deren Bekämpfung sich das Unternehmen verschrieben habe, nicht nur unzählig viele neue Formen angenommen, sondern auch immer schnellere Verbreitungswege gefunden, erklärte McAfee.

Angefangen habe einst alles mit Viren, die auf Disketten gespeichert waren und nur durch das Einlegen dieser Diskette in einen Computer verbreitet werden konnten, berichtete McAfee. Später kamen immer fortschrittlichere Techniken auf, bis hin zu Bedrohungen, die sich innerhalb weniger Stunden über ganze Netzwerke und weltweit über das Internet ausbreiten. Laut McAfee Avert Labs tummeln sich im Internet heute mehr als 160 000 bekannte Arten von Bedrohungen sowie tausende weitere, die noch nicht identifiziert worden sind.

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