Angriffe nehmen zu
Das Geschäft mit der IT-Sicherheit blüht

Immer mehr Unternehmen fühlen sich durch professionelle Hacker bedroht und versuchen sich gegen die neuen Gefahren zu schützen. Deshalb boomen Sicherheitslösungen. Und was im Büro schon schwer ist, ist bei mobilen Geräten eine Herkulesaufgabe.

MÜNCHEN/HANNOVER. Die Zahl ist ebenso beeindruckend wie erschütternd: 90 Prozent aller E-Mails, die den Nürnberger IT-Dienstleister Datev erreichen, sind Spam - elektronischer Müll. Die Flut unerwünschter E-Mails sei allerdings nur die Spitze des Eisbergs, sagt Datev-Chef Dieter Kempf. Denn die IT-Systeme des Unternehmens würden immer öfter auch direkt angegriffen: "Früher waren wir eher spielerischen Attacken von Computerfreaks ausgeliefert. Doch jetzt nimmt die Bedrohung profihafte Züge an", sagt Kempf.

Die Erfahrung der Nürnberger Genossenschaft ist kein Einzelfall: Immer mehr Unternehmen fühlen sich bedroht und versuchen sich gegen die neuen Gefahren zu schützen. Entsprechend breit findet sich das Thema IT-Sicherheit auf der Computermesse Cebit in Hannover wieder. Die Münchener Experton Group schätzt, dass 2007 in Deutschland Sicherheitsprodukte für knapp 2,1 Mrd. Euro verkauft wurden - ein Plus von mehr als 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch das Geschäft mit Sicherheitsdienstleistungen legte zu: um rund elf Prozent auf etwa 1,9 Mrd. Euro.

Die Attacken werden aber nicht nur häufiger, sondern immer ausgefeilter. Das liegt vor allem darin, dass Programme und damit auch die Abläufe zunehmend ins Internet verlagert werden und so neue Angriffsflächen bieten. "Die Angriffe richten sich nicht mehr wie bislang vor allem auf die Betriebssysteme, sondern verstärkt auf die Anwendungen, von denen mittlerweile viele über das Web laufen", sagt Achim Berg, der Deutschlandchef des weltgrößten Software-Herstellers Microsoft.

Der Sicherheits-Spezialist McAfee hat herausgefunden, dass die Internet-Ganoven mittlerweile regelrecht regionale Strukturen aufbauen. Um effizienter ans Ziel zu kommen, berücksichtigen sie nationale Gepflogenheiten und Sprachgewohnheiten. So haben sich die Cyber-Kriminellen in Brasilien vor allem auf den virtuellen Bankraub spezialisiert. Der Grund: Die Bürger erledigen ihre Bankgeschäfte überwiegend per Internet. Im spielebegeisteerten China dagegen haben die Ganoven die Gamer im Visier, in Europa nutzt man beliebte Großereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft, um mit gefälschten Mails an private Daten zu kommen.

Unter dem Strich explodiert die Zahl der sogenannten Malware. Im Jahr 2007 registrierte der russische Anbieter von Sicherheitssoftware Kaspersky Lab so viele neue Schadprogramme wie noch nie zuvor. In den Datenbanken der Antiviren-Profis aus Moskau landeten in dem Jahr mehr Viren und Trojaner als in den 15 Jahren zuvor.

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