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Anklage gegen „Sasser“-Entwickler

Die Staatsanwaltschaft Verden hat Anklage gegen den Schüler aus dem Kreis Rotenburg/Wümme erhoben.

dpa VERDEN. Der 18 Jahre alte Entwickler der Computer-Würmer „Sasser“ und „Netsky“ muss sich demnächst wegen der Virenattacke mit Millionenschaden vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Verden erhob gegen den Schüler aus Waffensen im Kreis Rotenburg/Wümme Anklage unter anderem wegen Computer-Sabotage.

Weltweit haben die Viren Computer lahm gelegt. Der 18-Jährige, der eine Berufsfachschule für Informatik besuchte, war im Mai festgenommen worden und hatte die Programmierung der Computer-Würmer gestanden. Trotz des zweifellos hohen Gesamtschadens haben internationale Konzerne auf Strafanzeigen verzichtet, um Sicherheitslücken nicht öffentlich einzugestehen, vermuten Experten.

Die Viren sollen unter anderem die Computer in drei Stadtverwaltungen und einem Rundfunksender in Deutschland infiziert haben, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Unterdessen ermittelt die Behörde noch gegen fünf Freunde des 18-Jährigen. Sie sollen an der Verbreitung des Computer-Wurms „Netsky“ beteiligt gewesen sein.

Die Staatsanwaltschaft, die eine 77 Seiten umfassende Anklageschrift verfasst hat, ermittelte bislang einen Schaden von rund 130 000 €. 143 Geschädigte stellten Strafanzeige gegen den Urheber der Computer-Würmer. Weltweit dürfte der Schaden aber bei mehreren Mill. € liegen, betonte die Behörde. „Die Computer-Würmer haben weltweit Schäden angerichtet. Daran ist kein Zweifel“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Helmut Trentmann.

„Wir haben die Spitze des Eisberges. Aber wir haben leider keine Meldungen von großen börsennotierten Unternehmen, die sicher auch betroffen waren“, sagte Oberstaatsanwalt Trentmann. Strafanzeigen größerer Unternehmen seien ausgeblieben.

Die Computer-Würmer „Sasser“ und „Netsky“ hatten auch zwei Bildungs-Server in Deutschland und der Schweiz sowie einen Medizin-Server in den USA gestört. Ein Termin für den Prozess vor einem Jugendgericht stand noch nicht fest. Geschädigte, darunter zahlreiche kleinere Firmen, können auf zivilrechtlichem Weg Schadenersatz von dem 18-Jährigen fordern und Klage erheben.

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