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Anlegerprozess gegen Telekom verschoben

Der millionenschwere Schadenersatzprozess enttäuschter Anleger gegen die Deutsche Telekom AG verzögert sich. Der zweite Verhandlungstermin sei vom 21. Juni auf den 25. Oktober verschoben worden, teilte das Frankfurter Landgericht am Donnerstag mit.

dpa FRANKFURT/MAIN. Der millionenschwere Schadenersatzprozess enttäuschter Anleger gegen die Deutsche Telekom AG verzögert sich. Der zweite Verhandlungstermin sei vom 21. Juni auf den 25. Oktober verschoben worden, teilte das Frankfurter Landgericht am Donnerstag mit.

Nach Angaben des Vorsitzenden Richters der 7. Kammer für Handelssachen, Meinrad Wösthoff, haben acht der zehn beteiligten Anwaltbüros um Fristverlängerung gebeten. Sie wollen sich Einblick in ein bei der Bonner Staatsanwaltschaft vorliegendes Gutachten verschaffen, das sich mit der auch in dem Frankfurter Zivilprozess umstrittenen Immobilienbewertung beschäftigt.

Die Expertise stützt Medienberichten zufolge die Ansicht der Kläger, dass das Immobilienvermögen um knapp drei Mrd. Euro zu hoch bewertet worden sei. Vor dem Frankfurter Gericht verlangen etwa 15 000 Anleger ihre Kursverluste von rund 100 Mill. Euro aus dem dritten Telekom-Börsengang im Jahr 2000 zurück. In einem ersten Schritt verhandelt das Gericht seit November 2004 über zehn Pilotverfahren.

Zum Prozessauftakt hatte auch Richter Wösthoff zu erkennen gegeben, dass er die pauschale Bewertung der Immobilien in Gruppen (Cluster) für nicht zulässig hält. Die neue Expertise liege ihm noch nicht vor, sagte der Vorsitzende der dpa. Sie müsse ihn auch erst interessieren, wenn eine der streitenden Parteien sie in den Prozess einbringe.

Die beteiligte Tübinger Anwaltskanzlei Tilp legte dem Gericht am Donnerstag hingegen ein Gutachten des Prospekthaftungsrechtlers Prof. Heinz-Dieter Assmann vor. Dieser komme zu dem Schluss, dass die Prospekte für den zweiten und dritten Börsengang fehlerhaft gewesen seien, teilte die Kanzlei mit. Zudem liege die unter Umständen kostspielige Beweislast zum Immobilienbewertung bei der Telekom, die nachweisen müsse, nicht fehlerhaft gehandelt zu haben. Es sei daher nicht notwendig, auf die Ergebnisse des Bonner Strafverfahrens zu warten.

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