Anstieg der Internetkriminalität
Digitale Delikte immer professioneller

Angriffe auf Webanwendungen, modularer Schadcode und Bot-Nets machen Unternehmen und Privatanwendern zu schaffen.

hiz DÜSSELDORF. Der neuste Internet Security Threat Report von Symantec zeigt einen deutlichen Anstieg krimineller Aktivitäten im Internet. Wie befürchtet, sind die primären Ziele der Angreifer nicht mehr herkömmliche Sicherheitseinrichtungen wie Firewalls und Router. Sir konzentrieren sie ihre Anstrengungen auf regionale Ziele, PCs und Webanwendungen, die ihnen Zugriff auf vertrauliche Informationen ermöglichen. Diese Informationen lassen sich dann für den eigenen finanziellen Gewinn missbrauchen.

In der Vergangenheit, so die Experten, waren Angriffe häufig darauf ausgerichtet, Daten zu zerstören. Heutige Angriffe zielen vielmehr darauf ab, im Stillen Daten für den eigenen Profit zu stehlen, ohne nennenswerten Schaden auf dem Rechner anzurichten, der den Anwender auf den Angriff aufmerksam machen würde. So spähen mittlerweile 80 Prozent der Top-50-Schädlinge vertrauliche Informationen aus.

„Internetkriminalität stellt einen Lebens- und Arbeitsstil, der ganz auf die Verwendung digitaler Informationen setzt, auf eine harte Bewährungsprobe“, so die Einschätzung von Candid Wüest, Virenexperte bei Symantec. „Das Internet als Umschlagplatz von Waren und Dienstleistungen zieht auch unehrliche Zeitgenossen an – ganz so, wie wir es aus der herkömmlichen Geschäftswelt schon seit langem kennen. Auf die erweiterten technologischen Möglichkeiten von Cyberkriminellen müssen Unternehmen und Privatleute mit angemessenen Sicherheitsmaßnahmen antworten.“

Zu diesen technologischen Möglichkeiten gehören auch so genannte Bot-Nets. Sie bestehen aus infizierten Rechnern, die sich zentral fernsteuern lassen. Mit ihrer Hilfe lassen sich zeitgleich und mit geringem Aufwand Tausende von Angriffen lancieren. Mit 9163 infizierten Systemen pro Tag ist die Zahl bot-infizierter Rechner zwar um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahreshalbjahr zurückgegangen, doch werden die Bot-Netzwerke in verstärktem Maß für kriminelle Aktivitäten wie beispielsweise Denial-of-Service (DoS)-basierte Erpressungsversuche eingesetzt. Im Schnitt beobachtete allein Symantec 1402 DoS-Angriffe pro Tag, einem Anstieg von 51 Prozent.

Eine andere Klasse von Schädlingen erfreut sich in kriminellen Kreisen wachsender Beliebtheit: Modulare Schadcodes. Sie verfügen zunächst nur über limitierte Funktionen. Aus dem Internet laden sich jedoch selbsttätig zusätzliche Schadroutinen, nachdem die Eindringlinge ein System befallen haben. Modularer Schadcode wird häufig für Kreditkartenbetrug oder andere kriminelle Aktivitäten eingesetzt. Während der letzten sechs Monate des Jahres 2005 machte modularer Code bereits 88 Prozent der Top 50-Schädlinge aus. „Statische Cyberschädlinge sind auf dem Rückzug“, stellt Candid Wüest fest. „Wir werden verstärkt mit dynamischen Bedrohungen konfrontiert, die sich flexibel ihrer Umgebung anpassen.“

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