Anti-Viren Hersteller trotzt Vorwürfen
Dialer-Schutz bleibt im Softwarepaket

Trotz neuer Gesetze bleiben Dialer-Programme weiter ein Problem. Die Methoden der Dialer-Anbieter sind trotz verschärfter Maßnahmen der Regulierungsbehörde recht offensiv.

hiz DÜSSELDORF. Obwohl der Dialer-Hersteller Online Ideas einen Antrag auf Einstweilige Verfügung gestellt hat, belässt der deutsche Sicherheitsspezialist H+BEDV Datentechnik GmbH seinen Dialer-Schutz im angebotenen Programmpaket AntiVir. Der Softwarehersteller weist darauf hin, dass jedem Anwender die Entscheidung über das Starten bzw. Entfernen kostenpflichtiger Einwahlprogramme aus dem System selbst überlasse.

Das besagte Schutz-Programm des Sicherheitsspezialisten spürt 0190er- und 0900er- Einwahlprogramme auf und entfernt diese auf Wunsch. „Unser Ziel ist es, den Anwender vor unerwünschten Dialern zu schützen“, so Tjark Auerbach, Geschäftsführer der H+BEDV, zu den Vorwürfen der Dialer-Anbieter.

Nach Auffassung von Online Ideas stellt die AntiVir-Software in ihrer derzeitigen Form im Hinblick auf Erkennung und Behandlung von Dialern eine unerlaubte und sittenwidrige Handlung dar. Neu ist die Situation für H+BEDV nicht. Vor zwei Jahren erhielt das Unternehmen schon einmal eine Abmahnung eines Dialer-Anbieters und stoppte daraufhin die Dialer-Erkennung von Antivir. Damals wurden Dialer fälschlicherweise als Virus tituliert. Heute meldet Antivir bei der Entdeckung eines Dialers dagegen ein "kostenverursachendes Einwahlprogramm". Ein Antrag der Mainpean GmbH auf Erlass einer einstweiligen Verfügung in Sachen Dialer ist nach Angabn von H+BEDV schon gescheitert. Der Antrag wurde vom Landgericht Hamburg zurückgewiesen.

Das Thema Dialer und kostenpflichtige Einwahlprogramme ist seit Jahren aktuell. Auch die geänderten Richtlinien des Gesetzgebers und der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) haben diesbezüglich noch keine letztlich befriedigende Lösung gebracht, da die Dialer-Anbieter meist im Ausland sitzen. So hat die Regulierungsbehörde gerade die Zulassung für 25000 Einwahlprogramme zurückgezogen. Die Regulierer begründeten ihren Schritt damit, dass den betroffenen Dialern die so genannte Wegsurfsperre fehlte. Diese Sperre soll verhindern, dass Surfer über die teure Dialer-Verbindung auch auf andere, billigere oder sogar eigentlich kostenlose Internetseiten surfen können. Wie die spezialisierte Internetseite Computerbetrug meldet, sollen von dem Verbot allein 4603 Dialer des Berliner Unternehmens Intexus betroffen sein, die sich alle über die Rufnummer 0900/90000576 ins Internet einwählen. Tatsächlich erklärt sich dadurch auch die hohe Zahl von 25000 entzogenen Registrierungen. Das Mehrwertdienste-Gesetz vom August 2003 schreibt vor, dass jeder einzelne Dialer mit seinem individuellen Hashwert, einer Art elektronischem Fingerabdruck, bei den Regulierern registriert werden muss. Dieser Hashwert ändert sich bereits, wenn für den Dialer beispielsweise ein anderes Layout oder ein anderer Tarif verwendet wird.

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