Antwort auf Apples iPod
Microsoft will mehr Musik im Geschäft

Bis zum Jahresende will der weltgrößte Softwareanbieter Microsoft einen eigenen Multimedia-Player anbieten und damit dem iPod Konkurrenz machen. Den Aufbau eines würdigen Apple-Gegners lassen sich die Redmonder dabei ordentlich was kosten.

HB REDMOND. Das Gerät mit dem Markennamen Zune soll von Toshiba produziert werden und eine drahtlose Datenübertragung für den Austausch von Musik, Fotos und Play-Listen bieten. Eine "DJ-Funktion" erlaubt es einem Nutzer, seine Musik an bis zu vier andere Geräte gleichzeitig zu schicken.

Dass Toshiba die Geräte bauen wird, geht aus Unterlagen hervor, die Microsoft bei der US-Kommunikationsbehörde (FCC) eingereicht hat. Beigelegte Fotos zeigen ein rechteckiges, weißes Gerät mit einem großen Bildschirm und Tasten. Das minimalistische Design erinnert an den iPod. Weitere Einzelheiten sollen in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden. Die Geräte sollen noch vor Weihnachten in den Handel kommen. Microsoft hat deutlich gemacht, dass Zune ein wesentlicher Bestandteil der Firmenstrategie im Bereich der Unterhaltungselektronik sein wird und mit anderen Aktivitäten wie der Spielkonsole Xbox verbunden werden soll.

Mehrjährige Investitionen in Zune

Microsoft rechnet nach eigenen Angaben mit mehrjährigen Investitionen beim Aufbau einer Produktlinie, die mit dem populären iPod konkurrieren kann. Der für die Unterhaltungsgeräte verantwortliche Microsoft-Präsident Robbie Bach erklärte vor Analysten in Redmond, dazu seien Investitionen von mehreren Mill. Dollar notwendig, die sich auch nicht sofort auszahlen würden. "Das ist etwas mit einem Investment-Horizont von drei-, vier-, fünf Jahren", sagte Bach.

Zune habe eine Schlüsselstellung in den allgemeinen Plänen von Microsoft im Bereich der Unterhaltungsindustrie, sagte Bach. Andererseits werde Zune aber auch von den anderen Angeboten profitieren, wie der Spielekonsole Xbox, der Fernsehtechnik von Microsoft oder den multimediaorientierten Windows-Versionen.

"Wir führen Zune nicht ein, um das gleiche wie andere schon zu machen", sagte Bach offenbar in Anspielung auf den iPod von Apple und den iTunes-Shop im Internet. Microsoft versucht seit Jahren, in den Bereich der Unterhaltungselektronik vorzustoßen, Erfolg hatte das Unternehmen dabei mit vor allem mit der Xbox und der Online-Plattform Xbox Live. Auf einen ähnlichen Effekt hoffe man nun bei Zune, sagte Bach. Das Geschäft mit den Videospielen ist bei Microsoft zwar immer noch verlustträchtig, laut Bach soll der Bereich aber bis Juni 2008, wenn das Microsoft-Finanzjahr endet, Gewinne schreiben.

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