Anzahl der neuen Viren erstmals rückläufig
Kleine Atempause im Virenkrieg

Im vergangenen Monat ging die Anzahl der neu entdeckten Viren zurück. Die Experten geben aber dennoch keine Entwarnung, weil sich die Aktivitäten von Viren und Würmern auf hohem Niveau stabilisierten.

hiz DÜSSELDORF. Wie der Antiviren-Spezialist Trend Micro berichtet, hat sich der Kampf an der Virenfront im vergangenen Monat etwas beruhigt. Zum ersten Mal in diesem Jahr bestand im Juni nicht die Notwendigkeit, einen großen Virenalarm auszulösen. Trotzdem verzeichnen die Experten noch ein hohes Maß an Aktivitäten schädlicher Programme im weltweiten Netz. Es wurden im Juni immerhin etwa 950 neue Viren, Würmer oder Trojaner entdeckt. Das sind zwar 100 weniger als im Vormonat, ein Grund zur Entwarnung besteht deshalb aber nicht.

Die Analyse der gemeldeten Viren-Infektionen lässt die Fachleute zu dem Schluss kommen, dass eine Vielzahl von PCs, vor allem in Privathaushalten, immer noch nicht über einen aktuellen Virenschutz verfügen. Die Gefährdung einer Infektion mit digitalen Schädlingen steigt zudem mit der Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen. Mit einer DSL-Leitung und einem vorgeschalteten Router sind die Rechner, anders als bei Wahlleitungen, immer mit dem Internet verbunden. Dadurch steigt die Gefahr, dass sie von Würmern oder Hackern entdeckt und zum Opfer auserkoren werden.

Mittlerweile sind aber nicht nur Arbeitsplatzrechner und Server bedroht. Nachdem Mitte Juni mit EPOC_CABIR der erste Virus für Smartphones aufgetaucht ist, steht die Frage im Raum, ob nun eine Welle von Handyviren bevorsteht.

Die Trend-Micro-Experten sehen aus verschiedenen Gründen hier allerdings keine aktuelle Bedrohung. Verschiedene Faktoren beschränken bislang das Verbreitungspotenzial von Schädlingsprogrammen für Mobiltelefone. An erster Stelle steht hier das Fehlen eines weit verbreiteten Betriebssystems, wie zum Beispiel Microsoft Windows bei PCs. Auf Mobiltelefonen kommen eine ganze Reihe verschiedener Systeme zum Einsatz, darunter Windows Pocket PC, Palm OS und Symbian EPOC. Virenprogrammierer müssten sich mit all diesen Systemen auskennen, um eine massenhafte Verbreitung ihrer Viren zu ermöglichen. Darüber hinaus müsste der Code auf allen Systemen lauffähig sein, so dass zur Übertragung erhebliche Bandbreiten benötigt würden - wahrscheinlich mehr, als von Netzbetreibern in Europa und den USA heute bereitgestellt werden.

All das bedeutet für die Fachleute aber nicht, dass Handy-Viren auch zukünftig keine Bedrohung werden könnten. EPOC_CABIR zeigt eindeutig die enge Verknüpfung von Vor- und Nachteilen neuer Technologien. Auch wenn dieser erste Handy-Wurm noch keine Schäden verursacht hat, ist er doch ein Indiz für das Interesse der Virenprogrammierer an neuen Verbreitungswegen.

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