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Apotheker wollen sich Wettbewerb mit Internet selbstbewusst stellen

Die 21 300 klassischen Apotheken sehen dem durch ein Gerichtsurteil neu angeheizten Wettbewerb mit ausländischen Internet-Versandhändlern selbstbewusst entgeben.

dpa MÜNSTER. Die 21 300 klassischen Apotheken sehen dem durch ein Gerichtsurteil neu angeheizten Wettbewerb mit ausländischen Internet-Versandhändlern selbstbewusst entgeben.

Das sagte der Präsident der Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände (Abda), Hans-Günter Friese, vor dem am Mittwoch in Berlin beginnenden deutschen Apothekertag in einem dpa-Gespräch. „Wir sind der Meinung, dass wir nach wie vor die bessere Leistung anbieten und wettbewerbsüberlegen sind“, sagte Friese.

Das Oberlandesgericht Hamm hatte in der vergangenen Woche niederländischen Internet-Versandhändlern erlaubt, auch verschreibungspflichtige Arzneimittel preisgünstiger anzubieten, als dies die in Deutschland geltende Preisbindung vorsieht. Außerdem dürfen Internet-Apotheken aus dem Ausland ihren Kunden auch die gesetzlich vorgeschriebene Zuzahlung erlassen.

„Es macht keinen Sinn, nur auf den Preis zu schauen“, sagte Friese. Bisher würden nur 0,2 Prozent aller Arzneimittel in Deutschland über den Versandhandel verkauft. Dies zeige, dass die Verbraucher die Beratung eines Apothekers, den Service einer Hausapotheke und die Sicherheit des direkten Einkaufs in der wohnortnahen Apotheke schätzten.

Neben dem Versandhandel schmerze die Apotheker in Deutschland die Tatsache, dass nicht rezeptpflichtige Medikamente nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden können. In diesem Bereich sei der Umsatz seit Jahresbeginn um 40 Prozent eingebrochen. Die neue Preisgestaltung für Arzneimittel entziehe den Apotheken ohnehin einen Ertrag in Höhe von insgesamt 500 Mill. Euro pro Jahr.

„Wir sind mit einem tiefblauen Auge davongekommen“, beurteilte Friese die Situation der Apotheker in der Gesundheitsreform. Von der neu geschaffenen Möglichkeit, Apotheken auch als Filialen führen zu können, hätten bisher bundesweit 360 Apotheker Gebrauch gemacht. Zwei Drittel davon seien aber Übernahmen bereits bisher bestehender Einrichtungen.

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