Apple-TV Das große Zittern vor Steve Jobs' Vermächtnis

2012 will Apple auf den Fernsehmarkt vorstoßen. Noch ist völlig unklar, wie innovativ das von Steve Jobs hinterlassene Konzept ist. Trotzdem hat die TV-Branche allen Grund, den Mythos des Apple-Gründers zu fürchten.
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Steve Jobs hat noch vor seinem Tod eine Ideenskizze für ein Fernsehsystem entworfen.

Steve Jobs hat noch vor seinem Tod eine Ideenskizze für ein Fernsehsystem entworfen.

San FranciscoKrisentreffen in der Wüste: Anfang Januar kommen die Größen der Unterhaltungselektronik – von Sony über Samsung bis Microsoft – in Las Vegas zu ihrem ersten bedeutenden Jahrestreffen zusammen. Zwei große Themen werden die Diskussionen auf der Messe Consumer Electronics Show (CES) und in den Hotelbars beherrschen – und wieder mal geht es nur um eine einzige Firma, die nicht einmal unter den Ausstellern ist, und ihren Anfang Oktober verstorbenen Gründer: Apple und Steve Jobs.

Das erste große Thema ist das iPad, jenes Medien-Tablet, das den Markt für tragbare Computer und die Art des Medienkonsums in kaum zwei Jahren auf den Kopf gestellt hat. Und das zweite große Thema sind Apples Pläne, eine ähnliche Revolution nun auch auf dem Markt für Fernsehgeräte anzustoßen, der allein in den USA rund 18 Milliarden Dollar schwer ist.

Spätestens im September 2012, so meldete die meist gut informierte taiwanesische Branchenzeitung „Digitimes“, will Apple ein eigenes Fernsehgerät auf den Markt bringen. Wird das Apple-TV – ein Vermächtnis des verstorbenen Firmengründers Steve Jobs – ein ähnlicher Erfolg wie iPod, iPhone oder iPad, dürfte der US-Konzern den Fernsehmarkt revolutionieren.

Laut „Digitimes“ soll Samsung aus Korea die Chips für das Gerät liefern und Sharp aus Japan Bildschirme mit Diagonalen von 32 und 37 Zoll (81 beziehungsweise 94 Zentimeter). Der Auftragsfertiger Foxconn in China werde neben iPhones und iPads wohl auch das iTV zusammenbauen.

Niemand wird Apple unterschätzen

Die Informationen treffen die Apple-Gemeinde und die Elektronikbranche nicht unvorbereitet. Jobs hatte seinem Biografen Walter Isaacson noch kurz vor seinem Tod diktiert, er habe den „Code geknackt“ für einen leicht zu bedienenden Fernseher: „Ich würde ein integriertes TV-Gerät entwickeln, das ganz einfach zu nutzen ist“, heißt es in dem Bestseller. „Es würde sich nahtlos mit allen anderen (Apple-)Geräten und der iCloud synchronisieren. Es wird die einfachste Benutzeroberfläche haben, die man sich vorstellen kann.“

Biograf Isaacson ließ im November Bloomberg TV wissen, er kenne weitere Details, die er aber zurückgehalten habe. Das „Wall Street Journal“ berichtete am 19. Dezember, Details des neuen Geräts seien schon den Film- und Fernsehstudios in den USA vorgestellt worden. Bei einem der Treffen habe Apple die „Technologie für einen Fernseher der Zukunft präsentiert, der auf die Stimme und Bewegungen des Nutzers reagiert.“ Stimmt das, wäre es ein Indiz dafür, dass der Fernseher längst über das Projektstadium hinaus ist.

Bei den etablierten TV-Herstellern sorgen die Indizien dafür, dass der Riese aus Cupertino sein Gerät bereits im September 2012 auf den Markt bringen könnte, für Verunsicherung: „Die Konkurrenz im Markt ist heftig. Ich glaube, dass in der Branche niemand Apple unterschätzen wird“, sagt Roland Stehle, Sprecher des deutschen Branchenverbandes GfU, der auch die Berliner Fachmesse IFA ausrichtet.

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11 Kommentare zu "Apple-TV: Das große Zittern vor Steve Jobs' Vermächtnis"

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  • genau.. billig groß und gute Qualität.. für einen kleinen teuren mit guter Qualität werden nur Idioten zahlen!

  • Der Verkauf von Fernsehgeräten scheitert doch vor allem an fehlenden Programmangeboten. Zudem befinden sich TV-Geräte doch heute in ganz überwiegender Zahl nur noch in Prekariatshaushalten der Unterschicht und für die heißt es: Hauptsache billig und groß.

  • Lieber Herr Hassknecht,
    Sie sind wegen der Weihnachtspause der heute-Show wohl gerade nicht ausgelastet? Schade, dass das warme Valium mit Milch nicht geholfen hat.

  • Mmmh, Apple könnte die Vermarktung von Filmen und Serien über internetfähige Fernseher endlich in Schwung bringen und das klassische Fernsehen zurückdrängen. Vorraussetzung wäre wohl eine entsprechende Angebotsvielfalt zu günstigen Preisen und eine komfortable Bedienbarkeit der Hardware.

  • Schmarotzertum vom Feinsten. Die beiden Zecken Hofer und Postinett ermächtigen sich eines Themas, weil man mit dem damit verbunden Namen Aufmerksamkeit erreichen kann.
    Nicht nur daß man den Namen Apple mißbraucht, sondern zusätzlich erdreisten sich die beiden Schreiberling (welche Qualifikation haben die ?) eine Beurteilung der Strategie Apples abzugeben, wo es die beiden doch noch keinen Meter ins HQ in Cupertino geschafft haben.
    Tja, keine Substanz aufweisen und nur aus dem Internet abschreiben (zu Guttenberg hat man das vorgeworfen, aber die Heuchler des HB dürfen das selbstverständlich), aber den Namen Steve Jobs in der Headline mißbrauchen und dann noch die unsägliche Übertreibung nach HB-Art und von einem "großen Zittern" phantasieren.

    Hofer und Postinett, Sie sollten das Zittern anfangen, ob der Qualität dieses Geschreibsels! Es ist so erbärmlich!
    Apropos Zittern, wie schauen eigentlich die Bilanzzahlen des Handelsblattes aus? So prächtig wie die Herrn Redakteure grundsätzlich über jedes Thema bescheid wissen, kann es dem eigenen Verlag ja eigentlich nur so gut gehen, daß selbst der letzte Assi mit dem Maybach herumfährt. Ach, es ist weder das eine noch das andere zutreffend? Na ja, es ist doch hinnehmbar, wenn auch die Kommentatoren hin und wieder übertreiben. Soviel Toleranz sollte dann schon sein, denn die ist keine Einbahnstraße.

  • @AstrologinPalmer
    Frag Dich mal, warum alle Hersteller Apples iPhone (mit Androide) kopieren und vorher kein Smartphone so einfach bedienbar war. Übrigens - ich bin nicht unbedingt ein Apple Fan!

  • Ich glaube auch nicht an einen Erfolg von iTV. Das größte Problem an der Sache ist, dass die Apple-Roboter einen +40" Fernseher nur schwerlich mit in den nächsten Starbucks tragen können, um damit, wie mit einem iPod, iPhone, iPad oder MacBook, ihre Zugehörigkeit zur iElite zur Schau stellen zu können.

  • Ich glaube nicht, daß die TV-Branche sich vor Apple fürchten muß. Sind doch deren Produkte VÖLLIG überteuert.

  • Ich habe gerade einen 59" 3D-Plasma von Samsung zum Preis von 1698 € gekauft. 3 digitale Receiver, incl.WLAN, Festplatten-Recording und diverse Apps. Das Gerät kommuniziert mit meinem Samsung Smartphone und mit meinem Samsung Galaxy Tab. Ich habe noch nie ein besseres TV-Gerät in dieser Preisklasse gesehen. Ich glaube nicht, dass Apple zum Start seiner relativen kleinen Geräte im September 2012!!! auch nur annähernd das Preis/Leistungsverhältnis dieses Gerätes erreichen wird.
    Auf die Apple-typischen Gimmicks kann ich verzichten.
    Aus diesem Grund muß auch Samsung keine Angst vor einer unsicheren Ankündigung zum Jahresende 2012 haben. Die Samsung-Smartphones haben übrigens heute schon die iphones geschlagen.
    Ich wundere mich aber immer wieder, wie es Apple schafft, die Medien für seine geplanten Produkte zu interessieren und zwar lange vor der Auslieferung der ersten "Prototypen", die dann erst beim Consumer reifen und ab Version III halbwegs gängige Markt- und Qualitäts-Standards erreichen.

  • Da erwarte ich noch nicht allzu viel. Die AppleTV-Box der 1.Generation hatte noch eine Festplatte und war völlig überteuert. Die neue Generation setzt, ohne Festplatte, nur noch auf zusätzliches Geldausgeben für Filmverleih. In Verbindung mit dem neuen Apple-Fernseher werden aber in Deutschland nicht sehr viele Kunden bereit sein nochmehr Geld für TV zu bezahlen. Der Kunde zahlt schon für öffentlich rechtliches und Sky. Noch mehr Kosten für TV läuft nicht. Und was nützt mir die einfache Bedienbarkeit des Fernsehers, wenn ich am Satellitenreceiver umschalten muss und der Sound über die DolbySurround Anlage läuft? Dann schalte ich den Fernseher eh nur ein oder aus. Für den Rest muss ich die anderen Geräte trotzdem mit der jeweiligen Fernbedienung bedienen. Fernsehen wird sowieso überschätzt. Das wird nicht so einfach mit dem AppleFernseher. Auch wenn die Applehörigen nachts lange für die Geräte anstehen werden, damit sie die Ersten sind, die so ein Teil haben. Apple will nicht am Gerät sondern am zusätzlich verkauften Inhalt verdienen. Und das wird in Deutschland garantiert nur schwach genutzt.

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