Apples ipod und „Blackberry“ im Visier
Microsoft startet Großangriff auf ipod und „Blackberry“

Microsoft will mit seiner neuen Windows-Version "Windows Mobile 5.0" auf breiter Front vorpreschen und hat dabei auch Apples populären ipod im Visier.

dpa FRANKFURT/HAMBURG. Microsoft will mit seiner neuen Windows- Version "Windows Mobile 5.0" auf breiter Front gleich in mehreren Segmenten vorpreschen und hat dabei auch Apples populären ipod im Visier.

Mit dem Trend zu mobilen Multifunktionsgeräten werden die Grenzen zwischen den einzelnen Gerätetypen immer mehr verschwimmen, ist sich Chef-Softwarearchitekt Bill Gates sicher. "Heute können Sie in Kontakt bleiben, ganz egal wo sie sich befinden und ob sie nun einen portablen Computer oder ein Handy bei sich haben", sagte Gates.

Für den portablen Musik-Player ipod des Computerherstellers Apple, der rund 70 Prozent des Marktes beherrscht, stimmte Gates den Abgesang an. "Ich glaube nicht, dass der Erfolg des ipod sich auf Dauer fortsetzen lässt, so gut Apple auch sein mag", sagte Gates in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagausgabe). Microsoft selbst sei bereits mit einer Reihe von Geräten in diesem Bereich präsent. "Wenn Sie mich aber fragen, welches tragbare Gerät künftig an erster Stelle zum Musik hören genutzt wird, würde ich ganz klar auf das Mobiltelefon tippen."

Den Produktionsstart von "Windows Mobile 5.0" kündigte Microsoft diese Woche auf einer Entwicklerkonferenz in Las Vegas an. Die Software umfasst unter anderem eine neue Textverarbeitung, einen Media Player zum Abspielen von Musik und Video sowie eine mobile Version der Präsentationssoftware Powerpoint. Zusammen mit der Server Exchange-Software soll künftig auch die so genannte E-Mail-Push-Technologie zur Verfügung stehen, die den "Blackberry" des Herstellers RIM unter Geschäftskunden sehr erfolgreich machte. Dabei werden E-Mails direkt auf das mobile Gerät zugestellt.

"Der Blackberry ist großartig, aber wir bringen einen neuen Ansatz", sagte Gates der Zeitung. "Beim Blackberry brauchen Sie Zugang auf einen separaten Server, und das kostet einiges extra." Unter der Microsoft-Software soll die E-Mail-Funktion zum Teil der Server-Software gehören. Damit sollen nicht nur Kosten gespart werden, sondern auch Sicherheitsaspekte etwa beim Austausch sensible Unternehmensdaten berücksichtigt werden können.

Seinen Eroberungsfeldzug im Markt für Handys und Taschen-PCs hatte der weltgrößte Softwarekonzern mit seinem ersten mobilen Betriebssystem vor fünf Jahren begonnen. Heute verkaufen nach Angaben des Unternehmens insgesamt 40 Hersteller mit 68 Mobilfunknetzbetreibern Geräte mit Windows-Betriebssystem in 48 Ländern. "Während der letzten fünf Jahre hat sich die Art der Informationen und Services, auf die Anwender mit ihren mobilen Geräten zugreifen, sehr verändert - von Multimedia hin zu Geschäftsanwendungen", sagte Gates.

In den Markt der mobilen Endgeräte und Handys war Microsoft relativ spät eingestiegen und hatte sich zunächst recht schwer getan. Im Segment der Taschen-PCs liegt der Marktanteil der Microsoft - Software nach Angaben von Gates inzwischen bei 70 Prozent. Nach jüngsten Erhebungen von Gartner führte Windows CE im ersten Quartal 2005 den Markt allerdings nur mit 46 Prozent Marktanteil vor RIM (20,8) und Palm OS (20 Prozent) an.

Als Anbieter von Betriebssystemen für Handys hatte der weltgrößte Softwarekonzern bislang weniger Glück. "Sie können (...) annehmen, dass wir bei Mobiltelefonen noch bei einem Marktanteil im einstelligen Prozentbereich liegen", sagte Gates. Mit Windows Mobile will Microsoft nun allem dem noch immer meistverbreiteten Betriebssystem für Mobiltelefone, Symbian, Marktanteile abringen. Deutschland, Frankreich und Großbritannien sind Gates zufolge die wichtigsten Märkte für das Unternehmen. Bei den Marktanteilen gebe es bislang eine konkreten Ziele. "Aber wir wollen innerhalb der nächsten zwei Jahre einen Punkt erreichen, wo wir fast alle Netzwerkbetreiber auf der Welt bedienen."

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