„Aquila“ Facebooks Internet-Drohne landet sicher

Die „Aquila“-Drohne, die Internet-Zugänge in entlegene Regionen bringen soll, ist ein Prestige-Projekt von Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Der erste Flug endete mit einer Bruchlandung – nun lief es besser.
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Die Drohnen sollen monatelang autonom in der Luft bleiben und für die Internet-Anbindung in entlegenen Regionen sorgen, so der Plan des Facebook-Chefs. Quelle: dpa
Drohne „Aquila“

Die Drohnen sollen monatelang autonom in der Luft bleiben und für die Internet-Anbindung in entlegenen Regionen sorgen, so der Plan des Facebook-Chefs.

(Foto: dpa)

Menlo ParkFacebooks Internet-Drohne ist nach der Bruchlandung beim Jungfernflug zum zweiten Mal in die Luft gestiegen. Die „Aquila“-Drohne sei nach 106 Minuten Flug „weich“ in der Wüste von Arizona gelandet, schrieb Gründer und Chef Mark Zuckerberg in der Nacht zum Freitag. Auch nach dem ersten Flug vor knapp einem Jahr hatte das Online-Netzwerk von einem Erfolg gesprochen - erst später wurde bekannt, dass der Prototyp bei der Landung schwer beschädigt worden war. Diesmal war in dem von Zuckerberg veröffentlichten kurzen Video zu sehen, wie „Aquila“ mit kleinen Sandwölkchen auf dem Boden aufsetzt.

Die Drohnen sollen monatelang autonom in der Luft bleiben und für die Internet-Anbindung in entlegenen Regionen sorgen. Vier Milliarden Menschen – mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung – seien noch nicht im Netz, betonte Zuckerberg. „Eines Tages wird Aquila helfen, das zu verändern.“

Facebook hatte jüngst die Marke von zwei Milliarden aktiven Mitgliedern geknackt. Weiteres Wachstum wird auch davon aufgehalten, das viele Menschen nicht im Internet sind. Das Online-Netzwerk will sie auch mit der Initiative Internet.org für günstige oder kostenlose Internet-Anschlüsse ins Netz holen. Facebook trifft dabei aber auf Gegenwind von Regierungen und Skepsis von Netzbetreibern. Einige betonen auch, viele Menschen lebten in Gegenden, wo es Internet gebe – sie könnten es sich nur nicht leisten.

Auch die Drohne braucht bald ein Kennzeichen
Neue Regeln für den Umgang mit Drohnen
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Wo darf ich eigentlich meinen Multicopter in die Luft steigen lassen? Was ist die maximale Flughöhe? Und darf ich auch mit einer aufgesetzten Videobrille steuern? – Seit Anfang April gelten für die private Nutzung von unbemannten Fluggeräten neue Regeln. Worauf Sie jetzt achten müssen, zeigt der folgende Überblick.

Erlaubnisfreiheit
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Fluggeräte bis fünf Kilogramm Gewicht dürfen grundsätzlich ohne Erlaubnis aufsteigen. Für den Flug schwererer Geräte oder für den Nachtflug ist laut dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMV) eine Erlaubnis der Landesluftfahrtbehörden nötig.

Flughöhe
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100 Meter über dem Grund sind grundsätzlich die Grenze, heißt es beim BMV. Darüber hinaus ist eine Erlaubnis fällig. Ausnahmen gelten allerdings für Gelände, für die bereits eine Erlaubnis zum Aufstieg von Flugmodellen erteilt und auf denen eine Aufsichtsperson bestellt worden ist. Wird dort statt eines Multicopters zum Beispiel ein Modellflugzeug geflogen, ist für Flüge oberhalb von 100 Metern allerdings ein Kenntnisnachweis nötig.

Flugverbotszonen
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Verboten sind laut BMV Flüge über Einsatzorten von Polizei und Feuerwehr, über Krankenhäuser, Menschenmengen, Gefängnisse, Militärgelände, Industrieanlagen, einige Bundes- und Landesbehörden sowie Naturschutzgebiete. Auch rund um Flughäfen gilt ein Flugverbot. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) nennt einen Abstand von 1,5 Kilometer vom Flughafenzaun, die tatsächliche Kontrollzone kann aber größer sein. Genaue Karten gibt es auf der DFS-Webseite.

Regeln für Wohngebiete
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Drohnen von mehr als 250 Gramm Gewicht dürfen hier nicht mehr aufsteigen. Kann das Fluggerät filmen oder Töne aufnehmen, darf es in Wohngebieten gar nicht fliegen. Eine Ausnahme gilt, wenn die Grundstückseigentümer oder Mieter von überflogenem Gebiet ausdrücklich zustimmen.

Sichtweite
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Generell sind Flüge mit Geräten bis fünf Kilogramm nur in Sichtweite des Piloten erlaubt. Flüge mithilfe einer Videobrille sind allerdings dann erlaubt, wenn sie bis zu einer Höhe von 30 Metern stattfinden und das Gerät nicht schwerer als 250 Gramm ist. Oder wenn eine andere Person es ständig in Sichtweite hat und den Steuernden auf Gefahren aufmerksam machen kann. Auch diese Hilfe einer zweiten Person gilt dann als Betrieb in Sichtweite.

Die folgenden Regeln gelten vom kommenden Oktober an.

Kennzeichen
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Alle Multicopter und Flugmodelle ab 250 Gramm brauchen vom Oktober an eine Plakette mit Namen und Anschrift des Eigentümers. Das kann eine Metallplakette oder ein Aluminiumaufkleber sein. Das Kennzeichen muss dauerhaft mit dem Gerät verbunden und feuerfest sein. Der Grund: Im Schadensfall lässt sich so der Halter ermitteln.

Unterdessen wurde Anfang des Jahres bekannt, dass die Google-Mutter Alphabet ihr konkurrierendes Projekt, große Drohnen zur Internet-Versorgung einzusetzen, aufgegeben hatte. Die technischen Herausforderungen seien zu groß. Alphabet verfolge zwar weiterhin das Ziel, eine Internet-Versorgung aus der Luft aufzubauen. Die „Loon“-Ballons der Firma seien dafür besser geeignet als die Drohnen, hieß es. Google hatte 2014 den Drohnen-Entwickler Titan Aerospace gekauft, den auch Facebook haben wollte.

Beim ihrem ersten Flug im Juli 2016 war die Facebook-Drohne gut eineinhalb Stunden in niedriger Flughöhe in der Luft geblieben statt der geplanten Testdauer von 30 Minuten. Beim Landeanflug gab es dann laut einem Bericht amerikanischer Absturzermittler starke Turbulenzen - und eine falsche Entscheidung der Autopilot-Software führte dazu, dass ein mehrere Meter langer Abschnitt des Flügels brach. Sekunden später sei die Drohne mit einer Geschwindigkeit von rund 45 Kilometern pro Stunde auf dem Boden eingeschlagen. Facebook betonte damals, man habe bei dem Flug wertvolle Erfahrungen gesammelt und werde den Fehler beheben.

  • dpa
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