Architektur des 1964 eingeführten Großrechners hat die IT-Welt verändert
IBM Mainframe feiert 40. Geburtstag

Als der Chef des Konzerns International Business Maschines (IBM), Thomas J Watson Jr., am 7. April 1964 den ersten Großrechner des Unternehmens vorstellte, setzte er die Existenz des damals eher für seine Schreibmaschinen bekannten Unternehmens aufs Spiel.

ruk DÜSSELDORF. Die Investion von 750 Mill.$ für die ingenieurtechnische Entwicklung sowie weiter benötigte 4,5 Mrd. $ überstiegen bei weitem den Jahresumsatz des US-Bundesstaat New York beheimateten Konzerns. In diesen Pionierjahren wurden zudem 60 000 neue Mitarbeiter eingestellt, um IBM zu einem Computerhersteller zu machen.

Das erste Großrechner-Modell von IBM kam dann unter dem Namen System 360 auf dem Markt. Dabei stand die Zahl 360 für die 360 Grad des Kreises als Symbol für die universellen Einsatzmöglichkeiten der von den Ingenieuren Gene Amdahl, Gerrit Blaauw und Freddy Brooks unter der Leitung von Bob Evans entwickelten Rechnerarchitektur. Technikautor James Collins sieht das Mainframe-System 360 in einer Reihe mit den Erfindungen des Automobils Ford T und des Flugzeuges Boeing 707.

Aus heute Sicht war die Leistung des ersten Großrechners der IBM eher zum Schmunzeln. Die kleinere mit Stolz im schwäbischen Böblingen entwickelte Modellvariante S360/20 vefügte gerade mal über 1 bis 16 KB Speicherkapazität und konnte 0,005 MIPS verarbeiten, weniger als ein Handheldcomputer von heute. Doch im Jahr 1964 wurden mit den gezeigten Modellen der Rechnerfamilie S/360 erstmals zwei Konzepte verwirklicht, die richtungsweisend für die Entwicklung von Mainframe-Computern waren. So wurde die Mikroprogrammierung, bei der die Maschinensteuerung durch ein Programm festgelegt und durchgeführt wird, eingeführt. Zusätzlich gab es bereits programmierte Diagnose- und Wartungsroutinen als Basis für eine maximale Verfügbarkeit.

Die Neuerung von damals ist heute eine Selbstverständlichkeit: Jeder S/360 lief mit demselben Befehlssatz und demselben Datenformat. Von daher konnten Nutzer ihre Systemkapazität ausbauen, ohne zu radikalen Änderungen in ihren Anwendungen oder Betriebssystemumgebungen gezwungen zu sein. Damit konnten die Industriekunden den Investitionsschutz erhalten, den sie brauchten.

Weitere Fortschritte führten zur S/370 Familie, die 1972 auf den Markt kam. Mit der S/370 und der Einführung von Halbleiterspeichern kamen virtuelle Speichermöglichkeiten auf, die in kürzester Zeit zum Industriestandard avancierten und bis heute der Dreh- und Angelpunkt von Informationsverarbeitungsprozessen geblieben sind. Und heute, nur eine Menschengeneration später, verfügt die (e)Server zSeries Familie, über Kapazitäten und Verarbeitungsgeschwindigkeiten, die bis zu 1 000 000 mal höher ist, als die ihrer „Vorfahren“ aus den 60ern.

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