Ashley Madison & Co.
So verhindern Nutzer den Daten-GAU

Das Seitensprungportal Ashley Madison ist kein Einzelfall: Immer wieder erbeuten Hacker bei Online-Angeboten große Datenmengen – und veröffentlichen diese im Internet. Wie Nutzer Schindluder verhindern können.
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DüsseldorfDie Macher des Seitensprungportals Ashley Madison scheuten sich nicht vor großspurigen Worten. Die Website sei „der letzte sichere Ort im Internet“, ließ die Pressestelle einige Journalisten noch im November 2014 wissen und warb für Interviews. Einige Monate später ist klar: Es war nur ein hohles Versprechen. Eine Gruppe unbekannter Hacker, die sich Impact Team nennt, hat mindestens 30 Gigabyte Daten gestohlen und anschließend im Internet veröffentlicht. Mehr als 36 Millionen Nutzer, die dort nach einem Seitensprung suchten, dürften nun zittern, ob ihre Namen bekannt werden.

Ashley Madison ist kein Einzelfall: Immer wieder gelingt es Cyberangreifern, in die Systeme von Online-Portalen einzudringen und ganze Datenbanken zu kopieren, samt Namen, E-Mail-Adressen und häufig auch Kreditkartennummern der Nutzer. Identitätsdaten sind auf den Schwarzmärkten im Internet eine gängige Handelsware. Und so mancher Hacker veröffentlicht die Informationen auch einfach online – um mit seinen Fähigkeiten anzugeben oder aber die Firma bloßzustellen wie im Fall Ashley Madison.

„Nutzer können einiges tun, um die Daten auf dem eigenen Rechner zu schützen“, sagt Tim Griese vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). „Die Crux ist: Alle Maßnahmen bringen nichts, wenn der Datensatz beim Unternehmen abhandenkommt.“ Einige Tipps helfen aber zumindest, Cyberkriminellen den Missbrauch von Daten zu erschweren.

Sparsam mit eigenen Daten umgehen

Name, E-Mail-Adresse, Interessen, gerne auch den Wohnort: Viele Unternehmen sind ganz schön neugierig. Nutzer sollten hinterfragen, welche Daten sie tatsächlich preisgeben müssen – Experten sprechen von Datensparsamkeit. Der Anbieter eines Newsletters muss beispielsweise nicht die Adresse kennen. Die Frage, die sich Nutzer stellen sollten, formuliert BSI-Mitarbeiter Tim Griese so: „Ist der Dienst die Informationen wert, die ich angeben soll?“ Falls nicht, lasse man die Registrierung im Zweifelsfall besser bleiben.

Wenn man unsicher ist, sich aber trotzdem unbedingt anmelden will, hilft ein nicht erwünschter, aber legitimer Trick: „Man kann mit falschen Identitäten arbeiten“, sagt Markus Robin, Geschäftsführer des Dienstleisters SEC Consult. Wer Namen und Geburtsdatum fälscht und sich eine eigene E-Mail-Adresse für sein Alter Ego zulegt, verhindert Entblößungen wie im Falle Ashley Madison – „das ist zum Eigenschutz durchaus angebracht.“ Das sei allerdings nur möglich, wenn die eigene Identität keine Rolle spiele.

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300.000 Deutsche sind betroffen

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