Auch 71-jähiger Rentner wurde angeklagt
Musiktauschbörsen wollen Strafe übernehmen

2000 Dollar sollte eine zwölfjährige Schülerin eigentlich als Ausgleich für illegal im Internet zum Herunterladen angebotene Musiktitel an die Musikindustrie zahlen. Doch die Tauschbörsen wollen die Strafe übernehmen.

HB FRANKFURT. Wie P2P United, eine Gruppe von Peer-to-Peer- Musiktauschbörsen, am Donnerstag mitteilte, suche man Kontakt zur Mutter der Zwölfjährigen, um die Vergleichszahlung an die Musikbranche zu übernehmen. Auch ein New Yorker Radiomoderator bot an, die 2000 Dollar zu zahlen. Sie kritisierten, dass die Musikindustrie mit ihrer Klagewelle im Kampf gegen illegale Musikdownloads im Internet Kinder und Jugendliche einschüchtern wollte.

Die Schülerin hatte mehr als 1000 urheberrechtlich geschützte Musiktitel auf ihrem heimischen Computer gespeichert und zum Herunterladen im Internet angeboten. Die Musikindustrie hatte sie und 260 weitere Internetnutzer wegen der illegalen Verbreitung der Songs verklagt und sich in einem ersten Vergleich mit der Mutter auf die Zahlung von 2000 Dollar zur Beilegung des Streits geeinigt.

Ein Sprecher des US-Musikverbandes RIAA erklärte, die Branche nehme nicht speziell Jugendliche aufs Korn. Zu den Verklagten gehören auch ein 71-Jähriger Rentner und ein Universitätsprofesser. „Es ist nur gerecht, dass P2P United die Summe zahlen will. Schließlich waren es ihre Mitglieder, die das Mädchen zu dem Rechtsbruch ermuntert haben“, sagte der Sprecher. P2P United betonte, dass das Angebot für die Übernahme der Vergleichszahlung nur für die Schülerin, aber nicht für die 260 anderen Angeklagten gelte.

Der RIAA gehören Vivendi Universals Universal Music Group, Sonys Sony Music, AOL Time Warners Warner Music, BertelsmannsÄBERT.ULÜ BMG, sowie die EMI Group Plc an. Die Gruppe macht die illegale Verbreitung von Musikstücken im Internet für den Einbruch ihrer Verkaufszahlen verantwortlich.

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