Auch mit Spamfilter sind Massenmails ein Problem
Digitaler Müll im Internet

„Du kommst hier nicht rein“, so der markige Werbespruch von AOL. Die Werber wollen damit deutlich machen, dass der Internetprovider unerwünschte Mails aussortiert. Dass dabei auch erwünschte Mails in die digitale Tonne wandern, ist ein Problem für Versender und Empfänger.

hiz DÜSSELDORF. Fast jeder Internet Provider und jedes Unternehmen setzt heute so genannte Spam-Filter ein, die unerwünschte Werbemails aussortieren sollen. Diese Spam-Mails überfluten das Internet und müllen die elektronischen Briefkästen voll. Da der Massenversand von E-Mails extrem billig ist, wird von Anbietern die Medikamente, Kredite, Versicherungen, Pornografie etc. aufdrängen wollen, nahezu jede erreichbare Adresse mit Werbebotschaften überschwemmt. Zusätzlich generieren Programme per Zufallsgenerator neue Mailadressen. An diese wird dann blind eine Botschaft gesendet. Kommt keine Rückmeldung, dass der Empfänger nicht existiert, wird der Adressbestand des Spamers um diesen Eintrag erweitert.

Gesetzliche Mittel, wie jetzt in den USA geplant, greifen selten. Die Anbieter ziehen sich oft in Länder zurück, die eine laxere Gesetzgebung haben. Zur Abwehr setzen die potentiellen Empfänger und Übermittler, die Service Provider, auf technische Hilfsmittel. Mails bekannter Spam-Adressen werden nicht weitergeleitet. Da die Versender unerwünschter Mails aber ihre Absenderangaben aber immer ändern, wird untersucht, von welcher Domaine oder welchem Rechner die Daten kommen. Sind es tausende von Mails des gleichen Inhalts, die ins Netz gestellt werden, wird diese Mail als Spam behandelt. Der Absender landet auf einer schwarzen Liste. Genau hier ergibt sich ein Problem. Nachrichtendienste und Newsletter versorgen ihre Interessenten mit durchaus gewünschten Neuigkeiten. Ist der Kundenkreis sehr groß, so gelten die Mitteilungen plötzlich als Spam und erreichen die Empfänger nicht mehr. Das führt immer wieder zu Reklamationen. Daraus folgen dann die Diskussionen mit den Providern, dass diese Anwender wieder aus den Spam-Listen entfernt werden.

Teilweise analysieren Mailfilter auch den Inhalt der Nachrichten. Was die Computer nach den hinterlegten Regeln als unsittlich oder unnötig aussondern, landet im Papierkorb. Hier hört man vor allem aus Kreisen der Mediziner, dass ihre Maildiskussionen plötzlich abreißen, weil die Begriffe in der Medizin und im pornografischen Gewerbe teilweise identisch sind.

Das nächste Problem sehen seriöse Anbieter von Massennachrichten im integrierten E-Mail-Filter der neuen Version 2003 des Office-Programms Outlook von Microsoft. Dieser Junk-Mail-Filter wird zentral gepflegt und automatisch aktualisiert. So kann es vorkommen, dass der Anwender plötzlich Daten vermisst, die die Automatik ihm vorenthält. In so einem Fall muss jeder User die Liste der erwünschten Mailempfänger individuell pflegen.

Es ist schon abzusehen, dass der Kampf von Spam-Mailversendern und Abwehrmechanismen dagegen einen ähnlichen Verlauf nehmen wird, wie an der Virenfront. Es wird ein ständiges Wettrennen bleiben. Initiativen wie Spam Abuse (spam.abuse.net) können zwar Informationen liefern, aber Abhilfe wird es dadurch leider nicht geschaffen. Ärgerlich für Internet-Provider und Anwender: Die unerwünschten und unnötigen Werbebotschaften müllen das Internet zu, rauben Bandbreite und verursachen unnötige Kosten.

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