Auf der Messe gibt es viele Freizeitangebote
Für Lederjacken und Lederhosen

Der Himmel über dem Messegelände der Cebit ist blau-weiß und hoch oben - zumindest in der Münchner Halle. Lange Stoffbahnen hängen dort an der Decke wie die weißen Wolken in der klaren Luft am Alpenrand.

HB HANNOVER. Später am Abend, wenn sich Chinesen und Japaner auf den Bänken drängen und die Luft zum Schneiden dick ist, versinken sie allerdings in den Tiefen des Raumes. Das Stück Bayern in der norddeutschen Tiefebene ist ein waschechtes Bierzelt, Oktoberfest-Kellner in Dirndl und Lederhosen inklusive.

Mehrere tausend Besucher verpflegt der Münchner Gastronom Haberl während der Messe jeden Mittag und jeden Abend. Tonnen von Weißwürsten werden dann zwischen den Messehallen Drei und Vier verzehrt, Ochsenbraten gibt es und natürlich echten Münchner Leberkäs. Bunt bemalte Bauernschränke stehen in den Ecken der Halle. Es riecht nach lange gelagerten Möbeln und feuchten Teppichen. Cebit-Teams aus aller Herren Länder kommen zum Feiern, Entspannen, zur Kunden- und Kontaktpflege in das Brauhaus. Reservierungen für 80 oder 100 Personen sind an der Tagesordnung: "Hier gibt es das Kontrastprogramm zur ganzen Technik auf der Cebit", sagt Richard Lindermeier, Mitglied der Geschäftsleitung bei Haberl.

Das Kontrastprogramm scheint mitunter bitter nötig - über hundert Messebesucher verarztet die Cebit-Sanitätsstelle täglich wegen Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen, Allergien, kleinen Schnittwunden oder Prellungen.

Still, wirklich ruhig und erholsam, ist es aber selbst am Tag vor dem eigentlichen Cebit-Beginn in der Münchner Halle nicht. In der Küche klirren die schweren Biergläser, Holzdielen knarren unter den Schritten der Kellner.

Echte Fluchtpunkte ins Innere bietet ein kleines Kirchlein gegenüber Halle Fünf. Kerzenlicht und leise Meditationsmusik locken Christen aus aller Welt in den kleinen Raum mitten auf dem Messegelände. Ein katholischer und ein evangelischer Geistlicher empfangen den ganzen Tag über die Besucher, täglich gibt es eine Messe und ein ökumenisches Gebet.

"Einige Leute kommen jedes Jahr wieder, um ein Seelsorge-Gespräch zu führen", sagt Horst Vorderwülbecke, der den Cebit-Kirchendienst beim Regionaldechanat in Hannover organisiert. Bevor auf der Messe ein zusätzlicher muslimischer Gebetsraum eingerichtet wurde, seien auch Moslems in die Kirche gekommen und hätten ihre Gebetsteppiche mittags in Richtung Mekka ausgebreitet, erinnert sich Vorderwülbecke. "Dann ergeben sich manchmal auch intensive Gespräche über die Cebit, die Politik, Gott und die Welt", sagt er.

Gott und die Welt sind den Jungs in Jeans und Lederjacken in Halle Zwei wohl herzlich egal. Konzentriert drücken sie auf die Hebel und Knöpfe der Sony Playstation. Auf überdimensionalen Flachbildschirmen läuft der Fahrsimulator "Gran Tourismo 4". Das Spiel ist erst zur Cebit in den Handel gekommen. An seinem Stand hat Sony die Stationen miteinander vernetzt, so dass Messebesucher gegeneinander spielen können. Zu hämmernden Bässen rasen nun die Autos über die virtuellen Rennstrecken. Der Grand Canyon ist dabei, eine Eisbahn, die Nordkurve des Nürburgrings. Unter den Händen der drei Jungs enden die Rennen allerdings meist an der Mauer. Wirklich entspannt sind sie am Ende nicht.

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