Auf Druck irischer Behörde
Facebook ändert Datenschutzbestimmungen

Eine Woche vor dem geplanten Börsengang hat Facebook auf Druck Irlands seine Datenschutzbestimmungen modifiziert. Nutzer sollen detaillierter informiert werden, welche Angaben der Konzern zu Werbezwecken nutzt.
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Berlin/WashingtonFacebook hat mit jüngsten Änderungen an seinen Datenschutzrichtlinien unter anderem auf Forderungen einer irischen Behörde reagiert. Das bestätigte eine Vertreterin des Netzwerkes am Montag in einem Webchat. So habe die zuständige irische Datenschutzkommission mehr Transparenz im Umgang mit persönlichen Informationen und deren Gebrauch zu Werbezwecken angemahnt. Der Schritt kommt eine Woche vor dem erwarteten Börsengang des Unternehmens.

„Wir haben immer gesagt, dass wir Daten nutzen, um Werbung zu schalten“, sagte Erin Egan, die bei Facebook für Privatsphäre der Nutzer zuständig ist. Diese Bestimmungen habe das Netzwerk in der überarbeiteten Datenschutzrichtlinie nun detaillierter ausgeführt. Irlands Datenschützer sind zuständig, weil Facebook dort seinen Europasitz hat.

Es geht vor allem darum, welche Nutzerdaten Facebook verwendet, um Werbeanzeigen möglichst passend auf die Interessen der Facebooknutzer zuzuschneiden. Das Netzwerk analysiert dazu unter Anderem, wo Nutzer auf den „Gefällt mir“-Knopf drücken, aber auch Statusnachrichten werden ausgewertet. Schreibt jemand beispielsweise etwas über die gerade beendete Joggingrunde, könnten Facebooks Werbekunden diesem Nutzer eine Anzeige für Laufschuhe schalten, erklärte Egan.

Facebook hält sich außerdem die Möglichkeit offen, Nutzern auch Anzeigen auf Webseiten außerhalb von Facebook zu schalten. Das sei zwar noch nicht konkret geplant, aber in Zukunft möglich, sagte Egan. Werbeeinnahmen machen den Löwenanteil an Facebooks Einnahmen aus. Diese Einnahmequelle zu erhalten und auszuweiten ist somit existenziell für das Netzwerk, das kurz vor dem Börsengang steht.

In den aktualisierten Bestimmungen behält Facebook sich außerdem das Recht vor, bestimmte Informationen länger zu speichern als bisher. Daten würden nun „solange aufbewahrt, wie dies erforderlich ist, um den Nutzern und anderen Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen“. Selbst diese vage Formulierung ist nach Angaben von Egan neu und auf Drängen der irischen Behörden zustande gekommen.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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