Auslieferung an wichtige Firmenkunden
Start frei für Windows Vista

Ab sofort liefert Microsoft das neue Windows Vista an Unternehmen aus. Unter den ersten Kunden seien der größte Pharmakonzern Japans, der Kamerahersteller Nikon und der Handelskonzern Itochu, teilte der Softwareriese mit. Die PC-Branche erwartet sich von der Einführung einen Absatzschub, weil Vista mehr Ressourcen benötigt.

HB NEW YORK/TOKIO. Microsoft hat nach jahrelangen Verzögerungen am Donnerstag mit der Auslieferung seines neuen Betriebssystems an Unternehmen begonnen, die Lizenzen in großen Stückzahlen kaufen. Vista, das zeitgleich mit dem neuen Bürosoftware-Paket Office 2007 auf den Markt kommt, löst nach mehr als fünf Jahren Windows XP ab. Verbraucher werden Vista allerdings erst Ende Januar kaufen können. Einzelne PC-Hersteller werben schon jetzt mit der Möglichkeit, den Rechner kostenlos oder gegen einen geringen Aufpreis dann auch mit dem neuen Betriebssystem auszurüsten.

Vista wird sich unter den Computernutzern weltweit nach Einschätzung von Experten allerdings weniger schnell durchsetzen als damals Windows XP. Für die meisten normalen PC-Nutzer ist Windows XP noch völlig ausreichend, vor allem, seitdem mit dem Service Pack 2 die Sicherheit deutlich verbessert wurde. Analysten der Credit Suisse erwarten, dass rund 29 Prozent aller Computernutzer innerhalb von zwei Jahren Vista installieren werden - 40 Prozent seien es im gleichen Zeitraum bei Windows XP gewesen, hieß es.

Noch muss Microsoft den Kunden deutlich machen, warum sie eigentlich Windows Vista brauchen. Hauptargument ist grundlegend verbesserte Sicherheit des Systems, die den Nutzer vor Angriffen aus dem Internet und vor einem Missbrauch seiner Daten schützen soll. Zusammen mit weiteren Produkten wie Office 2007, die Microsoft fast gleichzeitig mit Windows Vista vorstellt, soll zudem die Arbeit am PC leichter fallen. Inzwischen gibt es aber auch interessante freie Office-Alternativen wie OpenOffice. Zudem bieten Unternehmen wie Google auch kostenlos Programme zum Beispiel für die Textverarbeitung im Internet an.

Wichtigste Microsoft-Produkteinführung seit Jahren

Für den weltgrößten Softwarehersteller ist der Start von Vista und Office die wichtigste Produkteinführung seit Jahren. Beide Programme zusammen sind für mehr als die Hälfte des Unternehmensumsatzes verantwortlich. Mehr als fünf Jahre haben Tausende von Mitarbeitern bei Microsoft daran gearbeitet, die Entwicklung soll viele Milliarden Dollar gekostet haben. Vista ist eine komplette Neuentwicklung und mit neuartigen Sicherheits-Features ausgestattet. Die neu gestaltete grafische Oberfläche soll die Nutzung vereinfachen und für eine verbesserte Organisation der Dateien sorgen.

Eigentlich sollte Vista bereits 2004 auf den Markt kommen, die Einführung wurde aber immer wieder vertagt. Zuletzt verschob das Unternehmen den Vista-Start für Konsumenten sogar auf Ende Januar. Nach Einschätzung der Marktforscher bei Gartner könnte der Verzicht auf das Weihnachtsgeschäft der PC-Branche ein Loch von rund vier Milliarden Dollar in diesem Jahr in die Kassen brennen. Vor allem von Vista erhoffen sich die Computerbauer eine kräftige Belebung des Geschäfts: Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg verfügen in den USA nur zwei Drittel aller Computer über den für Vista empfohlenen Speicherplatz von einem Gigabyte.

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