Back to the Mac
Apple will mit dem Mac aus der Nische heraus

Bei mobilen Geräten gibt Apple seit drei Jahren den Ton an. Die mit Abstand meisten Notebooks und Schreibtisch-Computer aber laufen weiter mit Windows. Jetzt wollen die Kalifornier den iPad-Boom nutzen, um den Mac aus der Nische zu bringen.
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dpa CUPERTINO/BERLIN. Nach dem Wirbel um iPhone und iPad rückt Apple die angestammte Mac-Plattform ins Zentrum: Unter dem Motto "Back to the Mac" kündigte Vorstandschef Steve Jobs eine neue Version des Betriebssystems an, die das Konzept des Tablet-Computers iPad übernimmt: "Der Mac trifft das iPad."

"Der Mac wird damit sehr interessant für Leute, die sich gerade ein iPad zugelegt habe", sagte Branchenexpertin Carolina Milanesi vom Marktforschungsinstitut Gartner der Nachrichtenagentur dpa. "Das Konzept "Mac meets iPad" wird das Mac-Betriebssystem erfolgreicher machen. Ich denke, das eigentliche Ziel von Apple besteht darin, die mobilen Geräte zu nutzen, um die Tür zum Mac aufzustoßen."

Lange Zeit dümpelte der Mac bei einem Marktanteil um fünf Prozent herum. Inzwischen sind es in den USA nach jüngsten Erhebungen mehr als zehn Prozent, in Deutschland 7,5 Prozent - gemessen am Aufruf von Webseiten. Besonders eindrucksvoll sei die Entwicklung bei den Erstnutzern eines Macs, sagte Milanesi.

In einem einführenden Vortrag zur "Lage des Macs" sagte Apple - Manager Tim Cook am Mittwochabend, die Zahl von 13,7 Mio. Macs, die bis Ende September im Geschäftsjahr 2010 verkauft worden seien, sei drei Mal so hoch wie vor fünf Jahren. Der Mac sei lebendiger denn je.

Wie das Rendezvous von Mac und iPad aussehen soll, demonstriert das neue MacBook Air, das ebenfalls am Mittwochabend vorgestellt wurde. In seinem typischen Stil mit Blue Jeans und schwarzem Pullover, präsentierte Jobs die neuen Modelle mit Bildschirmgrößen von elf und 13 Zoll als "die Zukunft der Notebooks". Dabei sei am wichtigsten, was das neue MacBook Air nicht habe, nämlich eine herkömmliche Festplatte mit ihren beweglichen und deswegen störanfälligen Teilen. Stattdessen werden die Daten wie beim iPad auf einem Flash-Speicher geschrieben, also auf Chips, die kleiner, schneller und robuster sind.

Auch ein optisches Laufwerk für CDs oder DVDs gibt es nicht beim MacBook Air - die digitalen Inhalte sollen künftig vor allem aus dem Internet kommen. Und das sind in erster Linie die Apps: Programme und Medienangebote, deren Preis so überschaubar ist, dass die Verbraucher nicht erst lange überlegen, sondern kaufen - zum Nutzen auch der ansonsten von Apple unabhängigen Entwickler, die mit 70 Prozent an den Einnahmen beteiligt werden.

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