Barmbek dient als Referenzzentrum
Gesundheitsmarkt lockt die IT-Branche

Es war eine prominente Runde, die sich jüngst in der Asklepios Klinik Barmbek in Hamburg einfand: Neben den Spitzen des privaten Krankenhausbetreibers diskutierten Microsoft Deutschland-Chef Jürgen Gallmann und Hannes Schwader, der Deutschland-Chef von Intel.

DÜSSELDORF. Barmbek dient als Referenzzentrum für den Software-Giganten und den Chip-Riesen - gemeinsam mit Ärzten konzipieren sie hier Telemedizin-Lösungen, darunter ein System für die mobile Erfassung und Befundung von Patienten auf Basis der "eHealth Interoperability Plattform".

Die Kooperation von Intel und Microsoft zeigt: Viele IT-Anbieter haben entdeckt, wie attraktiv der Wachstumsmarkt Gesundheitswesen für sie ist. Spätestens seitdem der Beginn der freiwilligen Erprobung der elektronischen Gesundheitskarte in acht Bundesländern für den April 2006 festgesetzt wurde, surren in den Firmenzentralen die Rechenschieber. 1,4 Mrd. Euro soll das Projekt kosten. Stattliche Summen gehen dabei an die Anbieter von Chipkarten und Netzwerkrechnern. T-Systems, BMW und Siemens gehören zu den Ausstattern der Testsysteme.

Doch auch jenseits der Gesundheitskarte wächst der Bereich der Telemedizin, denn viele Entscheider in der Branche erkennen, dass sie Vorteile davon haben, dass IT-Konzerne den etablierten Medizintechnikherstellern mit neuen Lösungen Konkurrenz machen. "Bislang gab es teure medizinische Geräte und auf der anderen Seite billige Unterhaltungselektronik", sagt Hagen Wenzek, Partner bei IBM Business Consulting Services. "Die zunehmende Konvergenz in der Telemedizin ermöglicht es, unkomplizierte und günstige technische Lösungen in diesem Sektor einzuführen, wie wir sie bisher eher aus dem Unterhaltungsbereich kennen."

Ein Beispiel ist ein Projekt von IBM und der Universitätsklinik Heidelberg. Die Ärzte nutzen zur mobilen Beobachtung junger Dialysepatienten die Daten aus Blutdruckmessgeräten und Waagen. Diese Werte werden mit Bluetooth ausgelesen und per Handy und Internet an einen Server übermittelt. Die Daten werden verschlüsselt übertragen, auf dem Bildschirm im Ärztezimmer tauchen keine Namen, sondern nur Nummern auf. "Die Ergebnisse sind absolut überzeugend", sagt Franz Schaefer, Leiter der Sektion für Pädiatrische Nephrologie der Uniklinik. "Wir hatten stets einen zuverlässigen Einblick in die Situation der jungen Patienten." Die Ärzte erhielten auch dann ein genaues Bild vom gesundheitlichen Zustand der Patienten, wenn diese auf Reisen waren.

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